Burgwald-Bottendorf

Baum als Tarnung oder als Hindernis?

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- Burgwald-Bottendorf (rou). Die stationäre Geschwindigkeitsmessanlage an der Grundschule hat in den vergangenen Tagen für Gesprächsstoff in Bottendorf gesorgt. Die Gemeinde ist zumindest vorerst von ihrem ursprünglichen Plan abgerückt, den Baum neben dem „Blitzer“ zu fällen und die Grünfläche neu zu bepflanzen.

Allmählich zu einem „Politikum“ entwickelt sich die angedachte Fällung des Baumes an der stationären Geschwindigkeitsmessanlage in der Bottendorfer Ortsdurchfahrt. Doch welchen Hintergrund hat das Handeln der Gemeinde überhaupt, wollte Gerhard Wünsch von der Bottendorfer Wählergemeinschaft am Dienstag in der Sitzung der parlamentarischen Ausschüsse von Lothar Koch wissen.

Der Bürgermeister erläuterte, dass die Gemeinde ursprünglich beabsichtigt hatte, den Baum zu entfernen und an gleicher Stelle eine Ersatzbepflanzung vorzunehmen. „Dies sollte vorsorglich geschehen, da der Baum größer wird und dadurch gegebenenfalls mit seinem Astwerk in den Fotobereich der Blitzanlage ragen könnte“, erläuterte der Bürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung. Die Fällung des Baumes durch den Bauhof der Gemeinde sei mit der Straßenverkehrs- und der Naturschutzbehörde geklärt gewesen.

Im Auftrag des Bürgermeisters rückte deshalb der Bauhof aus, um den Baum zu entfernen. Doch dazu kam es nicht. Ein Anlieger hatte von dem Vorhaben Wind bekommen und war auf die Barrikaden gegangen. Im Gespräch mit den Mitarbeitern des Bauhofes hätte der Bottendorfer darauf verwiesen, dass der Baum unter keinen Umständen gefällt werden dürfte. „Dieser Anlieger hatte nichts besseres zu tun, als die Presse zu informieren“, schimpfte der Bürgermeister am Dienstag. Zudem sei das Thema im Dorf thematisiert worden.

Die Folge: „Da die Entfernung mit Ersatzbepflanzung wohl nicht gewünscht war oder ist, bleibt der Baum stehen“, stellte Koch in der Ausschusssitzung und auf WLZ-FZ-Anfrage klar. Er erläuterte, dass er sich nicht vorwerfen lassen werde, dass er für die Fällung des Baumes verantwortlich sei. Stattdessen solle die Zeit zeigen, wie mit dem Baum verfahren wird. „Sollten die Äste in ein, zwei Jahre in den Fotobereich ragen, bauen wir die Anlage ab und stellen sie woanders auf“, erklärte der Bürgermeister und verwies darauf, dass ein Aufbau an anderer Stelle in Bottendorf allerdings ein kompliziertes Verfahren voraussetzen könnte.

Im Gegensatz zu Kommunen im Marburger Nordkreis, die selber die Standorte der stationären Geschwindigkeitsmessanlagen festgelegt haben, wurden der Gemeinde Burgwald die Standorte von der Hessischen Polizeiakademie in Wiesbaden vorgegeben. „Der abgestimmte, empfohlene Standort würde dann entfallen. Der ordnungsrechtliche Zweck, nämlich Verkehrsüberwachung und Geschwindigkeitsmessung im Bereich der Grundschule und der dortigen Bushaltestelle, wären dann leider nicht mehr gegeben“, erläuterte Koch.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 10. November.

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