Konzert von "Sounds of Viessmann" und 150-Ps-Chor in Frankenberg

Beatles, Jesus, Tote Hosen

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Der 150-Ps-Chor besteht schon seit 1997. Bei den Konzerten geht es nicht nur ums Zuhören, auch die mitreißende Bühnenpräsenz ist ein Erlebnis.

Frankenberg - Kirmesmusik zum Beginn eines Konzerts - ja, das funktioniert, ist höchst unterhaltsam, und der Werkschor "Sounds of Viessmann" hat sein Publikum damit innerhalb von Sekunden warmgesungen. Mehr als zwei Stunden haben die Sänger ein abwechslungsreiches Programm auf hohem Niveau präsentiert.

Auf der Bühne standen der 150-Ps-Gospelchor, 1997 gegründet, und der Werkschor „Sounds of Viessmann“, voriges Jahr aus der Taufe gehoben. Beide Chöre zeigten deutliche Gemeinsamkeiten. Die sichtbarste Übereinstimmung war der Chorleiter, gefolgt von sehr ähnlicher Kleidung: beide Gruppen in Schwarz, Sounds of Viessmann mit orangen Krawatten, Tüchern und ähnlichen Applikationen, die 150-Ps-Sänger mit roten Tupfern.

Beiden Gruppen sehr ähnlich ist auch die mitreißende Performance. Der Spaß am Gesang überträgt sich von den ersten Tönen an auf die Zuhörer. Spürbar ist, dass der Gospelchor nach 17 Jahren eine Spur besser aufeinander eingesungen ist, Übergänge wirken sicherer. Das Programm war in drei Teile untergliedert: Mit „Live is Live“ begrüßten die Sänger von „Sounds of Viessmann“ die Zuschauer in der vollbesetzten Kulturhalle. Das Publikum musste sich nicht lange bitten lassen, um beim Refrain mit einzustimmen. Im weiteren ersten Drittel wanderte der Werkschor weiter durch ganz unterschiedliche Pop-Literatur der Musikgeschichte.

Selbst ein unendlich oft kopiertes und gespieltes „Yesterday“ von den Beatles kommt frisch an. Der Chor streifte die 50er mit „All I have to do is dream“, sang den Abba-Hit „Dancing Queen“, kam mit „Wind of Change“ in den 80ern an, reiste mit „Perfekte Welle“ noch mal gute 15 Jahre weiter, und kam schließlich mit „Tage wie diese“ in den (fast) aktuellen Charts an. Der Chor sang meist zum CD-Playback, bei den Balladen begleitete Markus Heck am Klavier.

Der Wechsel zum 150-Ps-Chor im zweiten Drittel brachte Veränderungen mit sich: Durch die vierköpfige Band mit Christian Seibel (Schlagzeug), Markus Heck (Klavier), Wolfgang Kuhl (Schlagzeug) und Uwe Ries (Bass) wurde es eine Spur klanggewaltiger und etwas rockiger - und die Sänger hauchten den Gospels eine Menge Energie ein. „I come to the cross“, „In Jesus name“, „Time to celebrate“ luden zum rhythmischen Mitwippen ein. Bei „Immanuel“ baute Dominic Zissel geschickt die Zuschauer als großen Chor mit ein, unterteilt in Frauen- und Männerstimmen.

Für den letzten Teil des Konzerts vereinigten sich beide Chöre auf der Bühne, der Schwerpunkt blieb bei christlichen Popstücken: Etwa „My life is in your hands“, „Swing low“ oder „Oh happy day“.

Bei den beiden letzten Stücken „Let us stand“ und „Friend of god“ standen noch die Mitglieder eines weiteren Zissel-Chores auf der Bühne: er leitet seit diesem Jahr den Chor an der Burgwaldschule, wo der 36-Jährige als Lehrer arbeitet.

In der Pause warben der Battenberger Pfarrer Holger Balzer und Peter Becker von der Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder Marburg um Spenden. Beide Chöre hatten am 4. Advent 2013 das Benefiz-Chorkonzert in der Liebfrauenkirche kurzfristig absagen müssen, weil Dominic Zissel kurz zuvor Vater geworden war. Der Auftritt in der Kulturhalle war die „Wiedergutmachung“. (da)

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