Bedarfsermittlung für Altenheim in Frankenau: Kreis erntet für Entscheidung Kritik

Reinhard Kahl

Frankenau. Mit Unverständnis hat Kreistagsabgeordneter Reinhard Kahl (SPD) auf die Mitteilung des Kreises reagiert, wonach dieser keinen Bedarf für den Bau eines Altenheimes in Frankenau sieht (HNA berichtete).

„Begründet wird das mal wieder mit statistischen Vorgaben. Aus meiner langjährigen Tätigkeit als Abgeordneter für den Südkreis ist mir aber hinlänglich bekannt, dass zwischen statistischen Vorgaben und dem tatsächlichen Bedarf immer eine große Kluft bestand“, sagt Kahl.

Bestes Beispiel sei das Seniorenheim in Gemünden. „Auch dort wurde der Bedarf vom Kreis schlicht verneint. Nachdem aber durch den Einsatz vieler die Blockade überwunden wurde, war das Haus schon bei der Einweihung voll ausgelastet“, sagt Kahl, der darauf hinweist, dass er die Entscheidung des Kreises als Kreistagsabgeordneter und ehemaliger Landtagsabgeordneter, nicht aber aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion kritisiert. „In der Fraktion haben wir über das Thema noch nicht beraten“, so Kahl.

Björn Brede

Der Kreistagsabgeordnete berichtet weiter: „Aus meinen Gesprächen mit Betreibern von Altenheimen im Frankenberger Land ist mir bekannt, dass bei mehreren Einrichtungen Wartelisten bestehen. Auch wird bei der Argumentation des Kreises zu Frankenau mit keinem Wort darauf eingegangen, dass es hier um einen Ersatzneubau für die durch Insolvenz geschlossene Wesemühle geht. Aus meinen Kenntnissen des Landeshaushaltes ist mir auch bekannt, dass Fördermittel des Landes für Ersatzneubauten zur Verfügungstehen.“

Auch der Hinweis der Kreises, dass man ein Altenheim in Frankenau auch ohne Landeszuwendung errichten könne, verkenne, dass die notwendige Wirtschaftlichkeit für den Träger, gerade auch für eine relativ kleine Einrichtung, dann nur schwer darstellbar sei und zu erhöhten Tagessätze führen werde.

Auch Frankenaus Bürgermeister Björn Brede (SPD) hat für die Entscheidung des Landkreises kein Verständnis. „Dass in Frankenau Bedarf für ein stationäres Seniorenheim vorhanden ist, sieht man daran, dass es mit der Wesemühle vorher auch schon eines gegeben hat“, sagte er der HNA. Auch der frühere Frankenauer Bürgermeister und jetzige Landrat Dr. Reinhard Kubat habe stets betont, dass es in Frankenau Bedarf für ein Altenheim gebe, sagt Brede, der sich weiter gemeinsam mit dem Magistrat dafür einsetzen will, dass in Frankenau ein Ersatzbau für die Wesemühle gebaut wird.

Was Reinhard Kahl und Björn Brede noch zur Entscheidung des Kreises sagen, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare