Frankenberg

Bedrohung der Freundin ohne Folgen

- Frankenberg/Burgwald (da). Ein Mann (37) aus Bottendorf wurde am Donnerstag vom Frankenberger Amtsgericht wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe verurteilt. Mehrere Droh-SMS soll der Angeklagte im vergangenen Jahr an seine Freundin verschickt und sie zum Sex genötigt haben. Inzwischen sind die beiden wieder ein Paar.

Weil die Beamten ein gefährliches Gewehr in den Räumen des heute 37-jährigen Mannes vermuteten, rückte am 1. Oktober 2010 ein Sondereinsatzkommando nach Bottendorf aus und nahm den Mann in einer spektakulären Aktion fest. Bei der Schusswaffe handelte es sich um ein Soft-Air-Gewehr, das einer scharfen Waffe täuschend ähnlich sieht. Wegen der Bedrohung der Freundin und unerlaubten Waffenbesitzes musste sich der Mann vor Gericht verantworten. Er soll sie unter anderem zu sexuellen Handlungen genötigt haben.

Am Tag der Festnahme soll er sie mit einer SMS gebeten haben, noch einen Abend mit ihm zu verbringen und mit ihm zu schlafen. Als die Frau tagsüber etwas in der ehemals gemeinsamen Wohnung holen wollte, zeigte ihr der Angeklagte das Gewehr. Dass es sich um eine Soft-Air-Waffe handelte, verschwieg er.

Allerdings nahm die Verhandlung eine überraschende Wende: Die heute 30-jährige Frau, die sich im vergangenen Jahr von dem Angeklagten getrennt hatte und daraufhin von ihm bedroht worden sein soll, war als Zeugin geladen. Sie und der Angeklagte hätten sich im Dezember vergangenen Jahres verlobt, sagte sie im Zeugenstand. Wegen dieser Verbindung zum Angeklagten konnte sie die Aussage verweigern, was sie auch tat. Sämtliche Bedrohungsvorwürfe mussten deshalb fallengelassen werden und fanden keine Erwähnung mehr. Das Pärchen wohnt zusammen und will nach Angaben der 30-Jährigen im nächsten Jahr heiraten.

Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft – unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung, allerdings nicht einschlägig. Die letzte Verurteilung war im Jahr 2004. Richterin Hülshorst verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von insgesamt 1800 Euro und folgte damit dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger des Angeklagten hatte eine Geldstrafe von 1500 Euro gefordert.

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