Geismarer Museum nach jahrelangen Vorbereitungen feierlich eröffnet

Beharrlich und engagiert zum Ziel

Margret Scholl (rechts) bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei Annemie Tobias, der Vorbesitzerin der Scheune.

Frankenberg-Geismar - Mit Beharrlichkeit, Engagement, Liebe zur Heimat und zum Detail haben die Akteure des Heimat- und Kulturvereins ein Museum geschaffen, das ein Stück Dorfgeschichte lebendig hält. Am Sonntag wurde es feierlich eröffnet

Viele lobende Worte, Dank und Anerkennung ernteten die Vereinsmitglieder für den Ausbau der Scheune an der Wildunger Straße zu einem Museum. Ganz besonders verwiesen die Gratulanten dabei auf die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Margret Scholl, die für ihre Vision gekämpft hatte. „Das ist ein Tag, an dem Wünsche in Erfüllung gegangen sind“, sagte Scholl. Sie dankte den Vereinsmitgliedern für ihren unermüdlichen Einsatz sowie allen, die neue Wege aufgezeigt hatten, den Gästen, die die bisherigen Veranstaltungen besuchten, und allen leisen Zweiflern, die dadurch immer wieder motiviert hatten. Allen voran aber dankte sie Annemie Tobias: Die frühere Besitzerin der Scheune hatte es erst ermöglicht, dass das Dorfmuseum überhaupt eingerichtet wurde. Margret Scholl überreichte ihr einen Blumenstrauß und ernannte sie zum Ehrenmitglied des Vereins. Für den Umbau zu einem Museum hat der Heimat- und Kulturverein rund 35?000 Euro aufgebracht, hinzu kamen Fördermittel in gleicher Höhe. Die Eigenleistungen entsprechen einem Wert von etwa 65?000 Euro. Das Museum ist schon seit einiger Zeit immer wieder für Veranstaltungen geöffnet und ist bisher auf positive Resonanz gestoßen. Heinz Hauptführer blickte auf die Entstehungsgeschichte des Museums zurück, die von zahlreichen Ortswechseln geprägt war. Die Frage nach den passenden Räumen für das Museum beschäftigte die Mitglieder immer wieder. Zuerst hatte der Verein Räume bei Karl Graß im Flutweg gefunden, der aber Eigenbedarf anmeldete. Aus dem Keller von Willi Theiß im Freidweg musste der Verein wegen eines Wasserschadens ausziehen, dann folgte erneut Eigenbedarf bei Ludwig Müller im Winkelweg. Im Haus der Familie Stalb, ebenfalls im Winkelweg, war nicht genügend Platz für den großen Webstuhl. Dann fiel Margret Scholl die Scheune neben der Kirche ein. Fast genau sechs Jahre vor der Eröffnung fiel mit dem Ausräumen der Scheune der Startschuss für das Museum, knapp zwei Monate später folgten die ersten Fundamente – „von da an ging es bergauf“, erinnerte Hauptführer. In 1826 Stunden Eigenleistung bauten die Geismarer die Scheune aus und um. Sie richteten im Erdgeschoss eine Küche ein, im oberen Stockwerk entstand ein Ausstellungsraum für die zwei Schwerpunkte des Vereins: „Vom Flachs zum Leinen“ und der Bergbau, der in früheren Zeiten rund um Geismar betrieben wurde. Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß verwies auf die Bedeutung des einst umstrittenen Beitritts zur Region Burgwald-Ederbergland bei der Zuweisung von Fördermitteln für das Projekt und lobte die Geismarer für ihren Einsatz im Dorf: „Ich freue mich, wenn man so eine regionale Identität findet“. Ortsvorsteher Klaus-Peter Stein sprach dem Heimat- und Kulturverein seine Hochachtung aus. Weitere Grußworte sprachen Regionalmanager Stefan Schulte, die Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg (CDU) und Reinhard Kahl (SPD) und Heinrich Schwedes aus Holzhausen bei Kassel. Dort hatten die Geismarer mit ihren Exponaten beim Stehenden Festzug begeistert. Zur Eröffnung hatte der Heimat- und Kulturverein zu Kaffee und Kuchen eingeladen und zeigte an den alten Geräten, wie früher gesponnen und gewebt wurde.

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