Gemeindevertretung Burgwald

Beisetzung unter Burgwalds Bäumen

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Burgwalds Ortsvorsteher Helmut Wiest (von rechts) zeigt bei der Hauptausschusssitzung ein Waldstück am Friedhof, das nach Wunsch des Ortsbeirats ein Bestattungswald werden könnte. Er erklärt Stefan Sommer und Klaus Rühl die Pläne. Foto: Patricia Kutsch

Burgwald - Burgwalds Ortsbeirat wünscht sich einen Bestattungswald. Seit mehr als einem Jahr beschäftigt das Gremium sich mit dem Thema. Im Hauptausschuss hat Ortsvorsteher Helmut Wiest nun die Ideen vorgestellt.

Neben dem Friedhof am Ortsrand von Burgwald ist ein kleines Waldstück. Auf 2532 Quadratmetern stehen dort mehr als 50 Bäume. „Die Hälfte ist sicherlich für Beisetzungen geeignet“, sagte Ortsvorsteher Helmut Wiest. Er und der Ortsbeirat wünschen sich einen Bestattungswald für die Gemeinde und haben dieses kleine Wäldchen vorgeschlagen. An den Wurzeln der Bäume sollen Urnen bestattet werden können - anonym oder mit einem kleinen Hinweis am Baum selbst. Die Grabpflege entfällt bei dieser Bestattungsart für die Angehörigen völlig, denn bepflanzt werden diese Gräber inmitten der Natur nicht.

Weil die Urnenbestattungen immer weiter zunehmen, sieht der Ortsbeirat Bedarf für eine Beisetzung im Wald. Ursache für diese Änderung im Bestattungswesen sei vor allem der demografische Wandel. „Viele Familien sind nicht mehr in der Lage die Gräber ihrer Angehörigen zu pflegen“, sagte Wiest. Zudem sei eine Urnenbestattung günstiger. So koste die Beisetzung im Hallenberger Ruhewald 500 Euro, ein Familienbaum mit zehn Grabstätten koste 4500 Euro.

Die Resonanz sei schon jetzt groß: Viele Anfragen - auch von außerhalb der Gemeinde - habe es schon gegeben. „Die Gemeindevertretung müsste entscheiden, ob der Bestattungswald nur für Menschen aus der Gemeinde ist oder auch für Beerdigungen von außerhalb geöffnet wird“, betonte Wiest.

Viele Arbeiten seien für die Einrichtung des Bestattungswaldes laut dem Ortsvorsteher nicht nötig: „Die meiste Arbeit könnten wir in Eigenleistung machen.“ Etwa Brombeersträucher entfernen. Der Wald müsse lediglich etwas plan gemacht und eingefriedet werden, wie Bürgermeister Lothar Koch den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses am Waldrand mit dem Ortsvorsteher zeigte. „Der Rest bleibt bewusst naturbelassen.“

„Die Infrastruktur ist schon da“, ergänzte Koch. Durch den Friedhof neben dem Waldstück seien Straßen und Parkplätze bereit gebaut, eine Friedhofskapelle solle noch folgen - alles in direkter Nachbarschaft. „Und der Bestattungswald liegt nicht zu weit abgelegen, sondern kann von den Burgwaldern zu Fuß leicht besucht werden“, sagt Wiest. Denn auch in einem solchen Ruhewald hätten Angehörige oftmals den Wunsch, Gräber zu besuchen. Nach der Besichtigung des Wäldchens kam die Idee des Ortsbeirats in der Hauptausschusssitzung zur Diskussion.

„Grundsätzlich ist es eine gute Idee“, sagte Hermann Briel von der Bürgerliste von Ernsthausen. Allerdings glaube er, dass ein Bestattungswald in dem Waldabschnitt viel Arbeit bedeute: Durch die Brombeeren sei der Pflegeaufwand hoch und seiner Einschätzung nach seien viele Bäume nicht zu erhalten und müssten gerodet werden. „Für einen solchen Wald stelle ich mir eher einen schönen Eichen- oder Buchenbestand vor.“ Zudem sei eine Bestattung unter Bäumen durchaus wünschenswert - „aber können, wollen und müssen wir uns das leisten?“, fragte er. Da die Gemeinde nicht auf Rosen gebettet sei, gelte es zu bedenken, ob man diese Investition wirklich wolle.

Dem hielt Wiest entgegen, dass der Wald in Hallenberg nur zwei Mal im Jahr begangen werde - dann werde weggenommen, was dort wächst, aber nicht dort hingehört. Darüber hinaus seien nur die Bäume zu pflegen.

„Wir sollten nicht gleich alles zerreden“, hielt dem Klaus Rühl (BLB) entgegen. Zur Diskussion stehe derzeit nur, ob die Gemeindeverwaltung die Kosten für einen solchen Wald prüfen solle. „Dazu gehört auch, dass das Forstamt kommt und die Bäume untersucht.“ Dann solle die Verwaltung über ihre Ergebnisse berichten und erst wenn konkrete Zahlen vorliegen, werde das Parlament über den Ruhewald beschließen.

Bei einer Enthaltung empfiehlt der Ausschuss dem Parlament in seiner nächsten Sitzung, den Auftrag zur Kostenaufstellung zu erteilen.

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