Drama im Wolkersdorfer Teich am 1. Mai 2013

Belobigung für zwei Lebensretter

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Hermann Kernetzky und Maik Ernst haben von Staatssekretär Mark Weinmeister (vorne, v.l.) eine Belobigung des Landes Hessen für ihren Mut bekommen. Es gratulierten Allendorfs Ortsvorsteher Dirk Michel (links) und Frankenaus Bürgermeister Björn Brede.Foto: pk

Frankenau/Bottendorf - Zu Helden geworden sind am 1. Mai 2013 fünf junge Männer aus dem Frankenberger Land: Sie haben einem Jugendlichen das Leben gerettet, der im Wolkersdorfer Teich zu ertrinken drohte - während Erwachsene wegschauten. Gestern wurden zwei von ihnen von Hessens Europastaatssekretär Mark Weinmeister belobigt.

„Sie sind zwei besondere Menschen, die eine besondere Tat vollbracht haben“, sagte Bürgermeister Björn Brede gestern bei einer kleinen Feierstunde im Frankenauer Hof. Er, Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch und Landrat Reinhard Kubat haben Maik Ernst aus Bottendorf und Hermann Kernetzky aus Allendorf/Hardtberg für eine Belobigung des Landes Hessen vorgeschlagen.

Mit etwas Verspätung übernahm Staatssekretär Mark Weinmeister die öffentliche Belobigung der beiden jungen Männer gestern: „Dass es Sie beide gibt ist ein Glücksfall für einen jungen Menschen.“ Am Tag zuvor erst habe er drei junge Lebensretter belobigt. „dabei fällt auf, dass es immer junge Menschen sind, die geholfen haben. Vielleicht gehen sie mit einer jugendlichen Unbekümmertheit an die Sache heran.“

Der Staatssekretär nennt es einen klassischen Fall: Es wird gefeiert und auch getrunken und dann kommt man auf Idenn, auf die man sonst nie käme. Etwa, betrunken durch einen See zu schwimmen.“

Der 1. Mai 2013 fing für eine Gruppe Jugendlicher gemütlich an: Sie waren wandern, tranken Alkohol, ließen den Tag im Garten von Maik Ernst am Wolkersdorfer Teich in Bottendorf ausklingen. Eigentlich ein normaler 1. Mai. Die jungen Männer werden ihn allerdings nie wieder vergessen - denn an diesem Tag wurden sie zu Lebensrettern (die FZ berichtete). Ein damals 16-jähriger Bottendorfer ging in den Teich, wollte ihn durchschwimmen, als ihn seine Kräfte verließen. Viele Angler saßen um den Teich, schauten tatenlos zu, während der Jugendliche zu ertrinken drohte. Schließlich bemerkten die Jugendlichen im benachbarten Garten das Drama.

Maik Ernst und Hermann Kernetzky haben nicht nachgedacht, sind in den Teich gesprungen, und haben den jungen Mann aus dem Wasser gezogen. Danach beatmete Hermann Kernetzky den Bewusstlosen, Maik Ernst übernahm die Herz-Rhythmus-Massage. Der Jugendliche kam nicht wieder zu Bewusstsein, war unterkühlt. Schier endlose Minuten vergingen. Die jungen Männer machten weiter mit ihren Wiederbelebungsversuchen weiter bis der Krankenwagen kam. „Ich weiß nicht, ob ich alles richtig gemacht habe“, sagte Maik Ernst damals im Gespräch mit der FZ. „Aber es ist alles besser, als einfach nichts zu machen.“

Der Europastaatssekretär zeigte sich erstaunt, dass mehrere Angler um den Wolkersdorfer Teich saßen und nicht geholfen haben. Für einen jungen, nicht ausgebildeten Menschen sei es nicht leicht, einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu ziehen. Das allein sei Grund genug für eine Belobigung. Darüber hinaus haben Ernst und Kernetzky jedoch auch Erste Hilfe geleistet. „Jeder muss jetzt mal einen Moment überlegen, ob er noch weiß, was zu tun ist, wenn jemand nicht mehr atmet.“ Weinmeister gibt zu: „Ich hätte Schwierigkeiten.“

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