220 Zuschauer waren beim Konzert des Heeresmusikkorps II in Burgwald dabei

Benefiz mit viel Schwung

Ins rechte Licht gerückt: Die Musiker des Heeresmusikkorps 2 traten in der ehemaligen Frickhalle in Burgwald auf. Der Erlös des Konzerts kommt Aufbau und Erhaltung des „Bunkers der Geschichte“ zugute. Fotos: Moniac

Burgwald. Mit Pauken und Trompeten gegen das Vergessen: Die Rechnung des Kulturvereins Burgwald ging auf, denn für das Benefizkonzert des Heeresmusikkorps 2 aus Kassel begeisterten sich 220 Zuhörer – und somit konnte ein finanzieller Grundstock für Aufbau und Erhaltung des „Bunkers der Geschichte“ geschaffen werden.

Der erste Marsch, den die gut 50 Musiker in der ehemaligen Frickhalle spielten, nannte sich „Große Zeit, neue Zeit“ und vermittelte den Optimismus, der für die aktuelle Bundeswehrreform erforderlich sei, wie Dirigent Tobias Terhardt erklärte. Danach begrüßte Klaus Rühl, Vorsitzender des Kulturvereins, die Besucher. Schirmherr Oberstleutnant Elmar Henschen, Kommandeur der Burgwaldkaserne, appellierte in seinem Grußwort an das Geschichtsbewusstsein der Bevölkerung.

Weiter ging es im Programm mit einer Bearbeitung der Ungarischen Rhapsodie Nr. 2 für sinfonisches Blasorchester. Heiter, verspielt und tänzerisch klang dieses im Original von Franz Liszt für Klavier komponierte Stück.

Bei einem Wiener Walzer kam der erste Solist zum Zuge. Musikalisches Thema des Alt-Saxofonisten Benjamin Karacas war hier die menschliche Eitelkeit in all ihren Facetten. Nächster Solist war der Trompeter Reinhard Messner, der die zunächst fast melancholischen Melodien des irischen Wäscherinnenlieds langsam bis zur Explosion steigerte. Exakt sieben Minuten dauerte die Programm-Musik des Japaners Hayato Hirose über das Leben des Hirtenjungen David aus dem Alten Testament.

Der „Graf-Zeppelin-Marsch“ läutete die Pause ein, während der unter zehn Möglichkeiten über einen Wunsch-Marsch abgestimmt werden konnte.

Zunächst jedoch brachte der Marsch „Deutschlands Ruhm“ Schwung in die zweite Halbzeit, und mit dem Konzert für Klarinette (Solist: Christian Schmidt) und Orchester von Artie Shaw nahm der Swing der 1920-er Jahre Einzug.

Ein Marsch auf Wunsch

Beim Wunsch-Marsch ließ Dirigent Terhardt zunächst nur wenige Takte spielen. Mehrere Zuhörer wussten allerdings sofort, dass es sich um den beliebten Mussinan-Marsch handelte. Den wehmütigen Schmerz eines von der Geliebten Verlassenen verkörperte das Jazz-Stück „The Breeze and I“, das Dominik Seegel mit seiner Trompete interpretierte und damit auch aus den Reihen der Musiker kräftigen Beifall erntete.

Ein Abba-Medley krönte das Konzert. Dabei hatten die Musiker – zum Teil mit Perücken, Sonnenbrillen und Flitter der 70er-Jahre – sichtlich so großen Spaß, dass am Ende nicht ganz klar war, ob sie das Publikum zum Klatschen und Swingen anfeuerten, oder ob die Begeisterung von den Zuschauern auf die Bühne überschwappte. Zu einem solchen Abend gehörten eindeutig Zugaben. Die wurden mit dem Radetzkymarsch und den „Alten Kameraden“ gerne gewährt, und so mancher Besucher sah so aus, als würde er am liebsten alles gleich noch einmal von Anfang an hören.

Von Marise Moniac

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare