1. WLZ
  2. Frankenberg

Benzin und Diesel deutlich günstiger: Kein Ansturm auf Tankstellen in Waldeck-Frankenberg

Erstellt:

Von: Jörg Paulus, Thomas Hoffmeister

Kommentare

Michael Bienhaus, Inhaber der Esso-Tankstelle in Battenberg.
Ein ganz normaler Tag: Das sagt Michael Bienhaus, Inhaber der Esso-Tankstelle in Battenberg, über den 1. Juni. Bei ihm sank der Preis für Super-Benzin über Nacht um 32 Cent. © Thomas Hoffmeister

Die seit dem 1. Juni geltende Senkung der Energiesteuer in Deutschland hat an den Tankstellen zu teils deutlich gesunkenen Spritpreisen geführt.

Waldeck-Frankenberg - An Tankstellen in Waldeck-Frankenberg kostete der Liter Super am Mittwoch um die 1,90 Euro, Diesel um die 1,95. Am Tag zuvor lagen die Preise noch im Bereich von 2,15 bis 2,20 Euro. Laut dem ADAC beträgt der theoretische Preisunterschied für Superbenzin durch die Steuerentlastung 35,2 Cent pro Liter, bei Diesel 16,7 Cent.

„Natürlich werden das jetzt viele Leute nutzen“, sagte gestern Mittag Anja Kinkel, die Betreiberin der SB-Tankstelle in der Ruhrstraße in Frankenberg. Es seien schon am Vormittag „ein paar Kunden mehr“ da gewesen als üblich, nachdem es an den Tagen zuvor etwas verhaltener gewesen sei, berichtete sie. „Es wurde Zeit, dass was passiert, das war schon heftig“, sagte Kinkel über die zuletzt hohen Spritpreise.

„Ein ganz normaler Tag“

„Ich merke nichts“, sagte gestern Nachmittag Michael Bienhaus, Inhaber der Battenberger Esso-Tankstelle, auf die Frage nach einem besonderen Ansturm auf den deutlich günstigeren Sprit. Für ihn sei der 1. Juni „ein ganz normaler Tag“. Über Nacht waren bei der Tankstelle in Battenberg die Preise für Super um 32 Cent und für Diesel um 11 Cent gefallen. Er selbst habe auf die Preisgestaltung an der Zapfsäule gar keinen Einfluss, sagte Bienhaus. Der Preis werde von der Muttergesellschaft ExxonMobil gesteuert. „Wir kriegen nur drei oder vier Minuten vor einer Preisänderung einen Hinweis und achten dann darauf, dass die Preise an der Zapfsäule und an der Anzeigentafel identisch sind.“ Auf einen Ansturm, den es gestern nicht gab, wäre Michael Bienhaus vorbereitet gewesen. „Unsere Tanks sind randvoll“, berichtete der Geschäftsführer.

Die Kundschaft reagiere durchweg positiv. „Es ist ja doch schon etwas billiger“, habe mancher Tankstellenkunde beim Bezahlen gesagt.

Viele nutzen Tank-Apps

Dass Autofahrer ihren Tank vor der Senkung restlos leer gefahren hätten, kann Michael Bienhaus nicht bestätigen. „Es war ja ohnehin Monatsende. Da tanken viele nicht mehr voll. Einige auch nur für 10 Euro“, berichtet Bienhaus. Viele seiner Kunden nutzten auch Tank-Apps auf dem Handy. „Fünf Minuten nach einer Preissenkung setzt der große Run ein.“

Insgesamt werde deutlich weniger Benzin und Diesel verbraucht als vor dem Ukraine-Krieg. „Mal eben zum Kaffeetrinken nach Winterberg – das machen viele nicht mehr“, hat Bienhaus beobachtet.  jpa/off

Auch interessant

Kommentare