Berühmt durch Verkehrsquiz: Manfred Bode, der letzte Gendarm, wird 90

Mit dem NSU-Motorrad auf Streife: Manfred Bode gehörte zu den ersten Gendarmen, die 1946 im Kloster St. Georgenberg Station bezogen hatten. Das Foto gehört zu den Erinnerungsstücken des heute 90-Jährigen. Foto: Völker

Frankenberg. Kein anderer hat das Bild der Polizei in der Frankenberger Bevölkerung während schwieriger Nachkriegsjahre bis in die jüngste Zeit so sichtbar mit geprägt wie Manfred Bode.

Er vollendet am 16. Dezember in Frankenberg sein 90. Lebensjahr.

Er gehörte zu den ersten „Gendarmen“, die 1946 in die von der amerikanischen Besatzungsmacht neu aufgebauten Sicherheitskräfte eintraten. Ihre zentrale Polizeidienststelle war die im ehemaligen Kloster St. Georgenberg untergebrachte „Landjägerei Kreis Frankenberg/Eder“ (heute Kreis-Heimatmuseum). Wir hielten mit dem Polizeihauptmeister a.D. Manfred Bode Rückschau auf 90 bewegte Lebensjahre.

Flüchtlingsströme, heimatlose „Displaced Persons“, Hunger und Schwarzmarkt machten den neu zu organisierenden Polizeidienst nicht leicht. Man setzte auf dezentralen Einsatz: Neben der zentralen „Landjägerei“ im Landratsamt, später eine motorisierte „Bewegliche Station“, gab es ein Netz von Außenstationen auf den Dörfern. Manfred Bode versorgte ab 1947 ein Jahr lang Bromskirchen als „Dorfpolizist“. „Das war wirkliche Bürgernähe. Der Gendarm kannte alle“, erinnert sich Bode heute schmunzelnd.

Im Jahr 1953 wurde der antiquierte Name „Gendarmerie“ durch „Polizei“ ersetzt. Nach einer „Landespolizeistation Ernsthausen“ entstand unweit von Manfred Bodes Wohnhaus 1959 die „Landespolizeistation“ in der Breslauer Straße. Mit dem Wirtschaftswunder nahmen die Verkehrsdichte und mit ihr schwere Unfälle im Landkreis zu. „Wir Polizisten mussten bei Gerichtsverfahren genaue, maßstabsgerechte Skizzen vom Unfallort vorlegen - da kam mir mein erster Beruf als Technischer Zeichner sehr zugute.“

Tagsüber stand Manfred Bode im weißen Mantel oft auf der Kreuzung am Bahnhof, als noch der gesamte Fernverkehr durch Frankenberg rollte. Abends war er mit den Kollegen Adolf Steinlandt und Walter Müller in den Dörfern des Kreises unterwegs, um Verkehrserziehung zu betreiben. Das 1953 von ihnen entwickelte „Verkehrsquiz“ unter Schirmherrschaft von Landrat Heinrich Kohl wurde auch von anderen Bundesländern übernommen, die drei „Polizei-Quizmaster“ waren berühmt. „Wir hatten im Landkreis dank unserer Breitenarbeit mit Landwirten für den Führerschein 4 in diesem Bereich die niedrigste Unfallrate“, ist Bode heute noch stolz. In seinen letzten zehn Dienstjahren war er Verkehrssachbearbeiter in der Polizeistation. (zve)

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Quelle: HNA

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