Haftstrafe auf Bewährung

Berufung gegen Urteil wegen Hundebissen nur zum Teil erfolgreich

Frankenberger Land. Im Berufungsverfahren gegen einen 35-Jährigen aus dem Frankenberger Land, dessen Hund einen anderen mehrfach attackiert hatte, hatte die Verteidigung nur teilweise Erfolg.

Das Marburger Landgericht ließ die Vorwürfe nach Tierschutzrecht fallen, für die anschließenden Beleidigungen und Bedrohungen der gegnerischen Hundebesitzer blieb es aber bei einer Haftstrafe auf Bewährung.

Im Sommer 2012 hatte der Boxer des 35-Jährigen zweimal beim Spaziergang einen Hund aus der Nachbarschaft angefallen und verletzt. Der Besitzer war nicht in der Lage gewesen, seinen Hund zurückzuhalten, der sich in dem anderen Hund verbiss. Da er den Hund trotz dessen Aggressivität hatte frei laufen lassen, war er ein Jahr später wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilt worden. Schwerer wogen jedoch die anderen Vorwürfe gegen den Mann. Die Nachbarn hatten sich nach dem zweiten Vorfall an das städtische Ordnungsamt gewandt, das die Wegnahme des Boxers verfügte. In der Folge hatte der Mann den Nachbarn mehrfach aufgelauert. Er beschimpfte die Frau, die beim zweiten Vorfall mit dem anderen Hund unterwegs war, als „Schlampe“ und „Hure“ und drohte, er werde sie umbringen. Dabei schlug er auf das Auto ein, in dem die Frau sich eingeschlossen hatte, und ließ erst ab, als sie per Handy die Polizei alarmierte.

Dem Besitzer des attackierten Hundes lauerte er ebenfalls auf und drohte, er werde ihm „die Bude abfackeln“. Als das Ordnungsamt mit Hilfe der Polizei den Hund bei ihm abholte, beschimpfte er die Beamten als „Arschlöcher“, „Asoziale“ und „Scheißbullen“. Das Amtsgericht Frankenberg verurteilte ihn deswegen im Sommer 2013 zu sieben Monaten Haft auf Bewährung.

Die Berufung des Angeklagten gegen dieses Urteil bezog sich nur auf die Verurteilung wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Er habe nicht mit der Aggressivität des Hundes rechnen können, ein Wesenstest des Tieres nach der Tat sei positiv ausgefallen, sagte er vor Gericht. Auch habe er sich damals bemüht, die Tiere zu trennen.

Gericht und Staatsanwalt waren der Ansicht, dass ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz nicht zweifelsfrei sei und stellten diesen Teil des Verfahrens ein.

Alle anderen Vorfälle räumte der Angeklagte ein. Er sagte, er sei damals in einer schwierigen Situation gewesen und es tue ihm sehr leid, dass er sich so unmöglich verhalten habe. Auch entschuldigte er sich bei den erneut als Zeugen geladenen Nachbarn. Sein Verteidiger beantragte, die Haftstrafe in eine Geldstrafe umzuwandeln, so dass sein Mandant nicht vorbestraft sei.

Staatsanwalt und Gericht blieben jedoch bei der Ansicht, die Vorfälle seien so schwerwiegend, dass auf eine Haftstrafe nicht verzichtet werden könne. So lautet das endgültige Urteil vier Monate Haft auf Bewährung. (ky)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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