Battenberg/Reddighausen: Arbeit für 90 Minuten niedergelegt

Beschäftigte fordern 6,5 Prozent mehr

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Mit Trillerpfeifen verliehen die Arbeiter gestern lautstark der Forderung nach mehr Lohn Nachdruck. Für 90 Minuten legten Beschäftigte des Eisenwerks Hasenclever die Arbeit nieder.Foto: Mark Adel

Battenberg/Reddighausen - „Ihr habt mit Einkommensverzicht dazu beigetragen, dass das Unternehmen weiterleben konnte“: Walter Brück von der IG Metall ermutigte am Dienstag die Mitarbeiter des Eisenwerks Hasenclever, für mehr Geld zu kämpfen.

12.30 Uhr vor den Toren des „Auhammers“ in Battenberg: Rund 80 Arbeiter verlassen die Schicht 90 Minuten früher üblich. Sie beteiligen sich am Warnstreik, zu dem die IG Metall aufgerufen hat.

Die Gewerkschaft befindet sich derzeit in Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeit.

Bernd Löffler und Walter Brück von der IG Metall riefen die Mitarbeiter des Autozulieferers in Battenberg auf, weiter dafür zu kämpfen, wenn sich Gewerkschaft und Arbeitgeber nicht einigen sollten. Der Betriebsrats-Vorsitzende des Auhammers, Erich Battenfeld, verwies auf gestiegene Energiekosten, die die Geldbeutel belasten würden.

Die Beschäftigten des Eisenwerks Hasenclever hatten in den vergangenen Jahren Abstriche beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld hingenommen. Auch bis jetzt habe das Unternehmen noch nicht wie andere Firmen vom Aufschwung profitiert, gab Löffler zu.

Bereits am Montag legten beschäftigte des Reddighäuser Hammers die Arbeit nieder. „Sie wollen uns mit einer viel zu geringen Entgelterhöhung abspeisen“, kritisierte Bernd Löffler die Arbeitgeber. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber reiche gerade so für den Ausgleich der Inflationsrate. „Wir wollen aber eine echte Reallohnsteigerung“, sagte Löffler.

Für die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten als Bestandteil der Tarifverträge setzte sich der Betriebsratsvorsitzende von Franz Walz- und Schmiedetechnik, Bernd Kuhn, ein. „Wir müssen gemeinsam für die unbefristete Übernahme kämpfen, damit die jungen Leute wieder Perspektiven haben“, sagte er. Zudem sei es wichtig, die Mitbestimmung der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit zu verbessern. „Wir wollen gute Jobs und faire Bezahlung statt befristeter und mies entlohnter Arbeit“, sagte Kuhn.

Die Arbeitgeber würden „eine vernünftige Lösung blockieren“, sagten Löffler und Brück. Die Welle der Warnstreiks würden daher in dieser Woche fortgesetzt - neben Hasenclever gestern in drei weiteren nordhessischen Unternehmen.

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