In den Gewölben der Stadt

Besichtigung führte in historische Kellerräume

Gewölbe unter der Sparkasse am Obermarkt: Die Besucher staunten, dass aus dem alten Gewölbe ein Tagungsraum mit vornehmem Ambiente gestaltet wurde. Foto:  zhm

Frankenberg. Für die Teilnehmer war es ebenso spannend wie faszinierend: Über eine marode Treppe stiegen sie hinab in ein dunkles Kellergewölbe unter dem Gebäude der Ederbergland-Touristik, um dort in unheimlicher Atmosphäre in einen kleinen Teil der Geschichte der Stadt Frankenberg einzutauchen.

Elektrisches Licht gab es nicht, Teelichter sorgten zumindest für etwas Helligkeit. 40 interessierte Bürger der Stadt nahmen an der vierten Aktion unter dem Motto „Unter zehn Dächern von Frankenberg“ statt – anstatt auf alte Dachböden ging es diesmal in dunkle Kellergewölbe.

Seit 1997 ist der Frankenberger Heiner Maurer Eigentümer des repräsentativen Hauses Untermarkt 10-12 mit dem markanten Erker. In den Kellermauern mit der Taschenlampe in der Hand, erzählte der Senior-Chef eines heimischen Automobilhauses den Zuhörern Interessantes über die Geschichte des stolzen Fachwerkhauses Hauses – nur einen Steinwurf vom historischen Frankenberger Rathaus entfernt.

„Nach dem großen Brand im Jahr 1476 wurde das Fachwerkhaus 1730 neu gebaut“, berichtete Maurer. Über die anschließende Verwendung des Hauses sei nichts bekannt. Nach dem Kauf des Hauses habe er dann 2001 mit der umfangreichen Sanierung begonnen. „Seit dem Mittelalter, etwa in der Zeit zwischen 1000 und 1500, wurde außer dem Fußboden nichts verändert“, berichtete Heiner Maurer. Erst nach dem großen Brand seien dann in den Kellern Frankenbergs Waren gelagert worden, die auf dem Verbindungsweg nach Bremen befördert wurden. „Bezeichnungen wie die Bremer Straße weisen noch heute darauf hin.“ Das sogenannte Stapelrecht habe den Händlern erlaubt, ihre Waren für drei Tage in Frankenberg zu lagern. „Der Keller ist ein begeisternder Teil des Hauses“, sagte Maurer.

Besichtigt wurde von der Gruppe auch das alte, gemauerte Kellergewölbe unter der Sparkasse auf dem Obermarkt. Dabei gewährte Filiallleiter Frank Lange den Teilnehmern sogar einen Einblick in den Tresorraum im Innern des Gewölbes. Beim Abriss des alten Gebäudes im Jahr 1989 sei man auf die Kelleranlage gestoßen und habe beschlossen, diese zu erhalten. Heute bietet das Gewölbe Platz für Tagungen in stilvollem Ambiente. Wieder am Tageslicht waren sich die Besucher einig: „Ein Ausflug in die vielfältige Geschichte des Frankenberger Ober- und Untermarktes ist ein beeindruckendes Erlebnis.

Schon am nächsten Sonntag, 11. August, geht es weiter mit der Besichtigungsreihe „Unter zehn Dächern von Frankenberg“. Dann stehen das Steinhaus und der Hexenturm auf dem Programm. Treffpunkt: 15 Uhr vor dem Steinhaus, Anmeldung: 06451/505117. (zhm)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare