Burgwald/Kellerwald

Besondere Briefmarken zur Taufe

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- Frankenau (pk). Willi Ernst aus Schmittlotheim sammelt seit seiner Jugend Briefmarken. Zwei ganz seltene Exemplare stammen aus Frankenau. Sie sind wertvoll und schwer zu bekommen. Ernst hat die beiden Marken doppelt – und alle vier verschenkt.

Der achtjährige Jonas und der fünfjährige Max aus Frankenau sind heute im Besitz dieser seltenen Marken. Die Brüder haben jeweils zwei Frankenauer Briefmarken von ihrem Großvater zur Taufe geschenkt bekommen. Es handelt sich um eine 12-Pfennig-Marke und eine 24-Pfennig-Marke. Wie Willi Ernst sich erinnert, sind beide Marken 1946 in Frankenau herausgegeben worden. Willi Ernst erzählt von Walter Exner. Der Wiener kam kurz nach dem Krieg nach Frankenau, um dort die Telefonleitungen auszumessen. „Dann lernte er eine Frau kennen und blieb hier.“ Mit dem Arzt Dr. Brandes gab er dann im Jahr 1946 zwei Briefmarken heraus.

„Nach dem Krieg wurden zunächst die Hitler-Marken geschwärzt und weiter benutzt“, berichtet der Briefmarkensammler. Um die Hitler-Marke zu ersetzen, druckten Exner und Brandes eine Marke, auf der die Zahl 12 steht. Die zweite Marke zeigt die Zahl 24.„Die beiden Frankenauer Marken waren nur einen Monat gültig“, erinnert der 77-Jährige sich. Denn nach einem Monat wurden sie schon durch die neue Marke der Besatzungszonen ersetzt. Wie Willi Ernst erklärt, hatte jede Zone eigene Briefmarken. Die Frankenauer Marke durfte dann nicht mehr gedruckt, die Druckplatte musste zerstört werden. „Weil die Marke nur so kurz gültig war, gibt es heute nur sehr wenige Exemplare.“ Daher sei sie unter Sammlern von großem Wert und nur schwer zu kaufen. „Ich glaube nicht, dass viele Menschen in Frankenau diese Seltenheit besitzen.“

Als 2003 der erste Enkel geboren wurde, machte Willi Ernst sich auf die Suche nach einem besonderen Geschenk für Jonas. Bei der Schwägerin von Walter Exner konnte er die 12-Pfennig-Marke kaufen. Die 24-Pfennig-Marke bekam er von Exner persönlich. Dann rahmte der stolze Großvater die beiden seltenen Marken ein. Walter Exner, damals 89 Jahre alt, versah die Marken noch handschriftlich mit ihrem Erscheinungsdatum.

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