Frankenau

„Besser, als ich gedacht hätte“

- Frankenau/Meran. Der Frankenauer Thorsten Hoyer hat in nur 49,5 Stunden die Alpen zu Fuß überquert. Erschöpft und müde, aber glücklich hat der Extremwanderer nach seiner Ankunft in Südtirol ein deftiges Frühstück und ein Weizenbier spendiert 
bekommen. (gl)

Thorsten Hoyer sitzt gerade im Zug von Meran nach Bozen, als ihn gestern Vormittag der Anruf der FZ erreicht. Der Frankenauer hat inzwischen geschlafen, seine Erschöpfung abgeschüttelt. „Wirklich erholsam war die Nacht aber nicht“, erzählt er, die Wanderung ginge einem doch immer wieder durch den Kopf. 135 Kilometer hat Hoyer zurückgelegt – von Oberstdorf in Bayern in das Südtiroler Städtchen Meran. Was nicht wirklich nach viel klingt, wird zu einer beeindruckenden Leistung, wenn Hoyer erzählt, dass er auf dieser Strecke etwa 12 500 Höhenmeter überwunden hat – ohne zwischendurch zu schlafen, in nur 49,5 Stunden. Mit mindestens 50 Stunden, eher 55 hatte er gerechnet. „Das war besser, als ich gedacht hätte“, sagt Hoyer über seine Leistung, „aber ich habe einfach sehr wenig Pausen gemacht. Die ersten fünf Stunden hat es geregnet, als hätten sich alle Schleusen geöffnet. Ich war durchnässt, wollte schon am Anfang nur fertig werden, meine Schuhe haben bei jedem Abstieg gerieben.“ Thorsten Hoyer legte Teilstücke über Schnee- und Eisflächen zurück, musste eine Stelle kletternd überwinden – Mitten im Juli. „Körperlich war das zu schaffen. Ich weiß, was ich kann“, sagt der Wanderer im Telefonat. Wichtiger war ihm die Frage: „Schaffe ich das mental?“ Er beschreibt, wie er mit nur drei längeren Pausen in den Hütten ausgekommen ist. Zwischendurch habe er aber immer wieder für 3 bis 5 Minuten Rast gemacht. „Gegen Ende wurden die Pausen immer häufiger, aber auch kürzer“, erzählt der Frankenauer. Wäre er zu lange sitzen geblieben, wäre es zu schwer geworden, sich nochmal aufzuraffen. Hoyer gesteht: „Die Müdigkeit war hart“. Doch die Anstrengungen wurden belohnt, der Hotelier hat ihm ein deftiges Südtiroler Frühstück zubereitet, ausnahmsweise mit einem Weizenbier. Am 2. August will er zurück in Frankenau sein. Auf seine nächsten Projekt angesprochen sagt Hoyer nur: „Ich habe da einige Ideen im Hinterkopf, die ich jetzt anstoßen möchte. Das Gelingen dieser Alpenüberquerung war eine Voraussetzung dafür.“

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