Wegfallende Grabpflege und niedrigere Kosten

Bestattungen in der Urne liegen im Trend

Eine Möglichkeit für die letzte Ruhe: Der Frankenberger Bestatter Dieter Scholl zeigt eine Urne. Im Hintergrund sind weitere Modelle zu sehen. Foto: Hoffmann

Waldeck-Frankenberg. Die Urnenbestattungen im Landkreis Waldeck-Frankenberg nehmen zu. Das ergab eine Anfrage der HNA bei einigen Städten und Gemeinden. Der Grund sind wegfallende Grabpflege und niedrigere Kosten für die Angehörigen.

Battenberg verzeichnet in den Jahren 2011 bis November 2013 insgesamt 179 Bestattungen. Davon wurden 119 Menschen in Urnen beigesetzt. Das entspricht 67 Prozent. Der zuständige Standesbeamte Rainer Wolff sagt: „Bei uns ist deutlich zu erkennen, dass es immer mehr Urnenbeisetzungen gibt.“

In Korbach wurden seit 2009 insgesamt 1426 Menschen beigesetzt. Davon waren 878 Urnenbegräbnisse (62 Prozent). Für das aktuelle Jahr beträgt der Prozentsatz sogar 65. Stefan Bublak, Leiter des Stadtbauamtes, erklärt den Anstieg: Es handele sich bei der Urnenbeisetzung um eine „pflegeleichtere Grabform“. Außerdem seien die Urnengräber „im Erwerb günstiger als Gräber für Erdbestattungen“.

In Bad Wildungen wählten zwischen 2009 und heute 58 Prozent die Urne als letzte Ruhestätte, das errechnet sich aus 546 Verbrennungen bei 950 Bestattungen. Den klassischen Erwerb einer Doppelgrabstätte für Ehepartner gebe es immer seltener, erklärt Brigitte Syring vom Amt für Immobilienwirtschaft.

In Frankenberg wurden 468 von 925 Toten (51 Prozent) im Zeitraum von 2008 bis 2012 in Urnen beigesetzt. Laut Stadtsprecher Wolfgang Danzeglocke ist „ein klarer Trend zu Urnenbestattungen erkennbar“. Danzeglocke weiter: „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend bei uns weiter fortsetzen wird.“

Von den fünf befragten Kommunen weist Lichtenfels mit 32 Prozent die niedrigste Quote in Sachen Urnenbeisetzungen auf. Das ergibt sich aus den Zahlen für 2009 bis jetzt: 79 von 244 Verstorbenen wurden verbrannt.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine/HNA Waldeckische Allgemeine.

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare