Löhlbach

600 Besucher beim Open Air

- Haina-Löhlbach (da). Ideales Wetter für Stimmungshits unter freiem Himmel, dazu bestens gelaunte Musikfans - das waren die besten Voraussetzungen für das Konzert am Sportplatz.

„Wo sind Eure Hände?“ Wenn Markus Unterladstätter um rhytmisches Mitklatschen bittet, hält sich kaum in der Löhlbacher Konzert-Arena zurück. Der Frontmann der „Jungen Zillertaler“ und seine zwei Mitmusikanten haben ihr Publikum im Griff – auch wenn vor der Bühne kein ganz großer Andrang herrscht und der Großteil der rund 600 Besucher lieber von der Festbank aus mitsingt.

Es ist das zweite große Freiluftkonzert des TSV seit dem Open-Air mit der Kölner Band „Höhner“ vor vier Jahren. Mit den „Jungen Zillertalern“ und den „Trenkwaldern“ belassen die Organisatoren das Konzert im etwas kleineren Rahmen, beweisen aber dennoch das richtige Gespür: Denn beide Gruppen sprechen Musikliebhaber vom Kindes- bis zum Rentenalter an, und das ist auch auf dem Gelände am Sportplatz sichtbar.

Den Anfang machen die „Trenkwalder“, während sich die Arena nach und füllt. Es ist erst 17 Uhr, „vielen ist das noch zu früh“, sagt Rudolf Backhaus. Der Hainaer Bürgermeister zählt beim TSV zu den Verantwortlichen. Gut und gerne 60 Mitglieder wurden mobilisiert, um an Theke, Grill oder Abendkasse zu helfen. „Das ist auch kein Problem, Freiwillige zu finden“, sagt Backhaus. „Zumindest wenn wir das nicht jedes Jahr machen.“Das Engagement ist groß, und die Mühe hat sich gelohnt. Die „Trenkwalder“ spielen volkstümliche Schlager, meist mit rockigen Einschlägen, verzerrter Gitarre, schnellen Rhythmen. Die Texte sind kurzweilig und lustig und drehen sich um Alltägliches. Es seien nette Burschen, „total umgänglich“, sagt Rudolf Backhaus. Der der Bühne stehen Mitglieder des Fanclubs „Tiroler Herz“, überwiegend Damen, die sich mit mitgebrachtem Prosecco schon in Stimmung gebracht haben und jetzt alle Lieder mitsingen.

Die „jungen Zillertaler“ spielen mit deutlich volkstümlicheren Einschlag und zeigen dass auch in der traditioneller gehaltenen Bandtracht. Das Schlagzeug wird bei einigen Liedern vom Computer geliefert, häufig verzichten die „Juzis“, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden, ganz darauf. Der Bass wird dann mit einem Baritonhorn-Klang gedoppelt, Gitarist Daniel Prantl sorgt für harten Rhytmus im Oberkrainer-Stil, die Musik ist komplett „handgemacht“.

Sie wissen zu unterhalten, liefern stimmige Showeinlagen, spielen eigene Stücke ebenso wie populäre Stimmungshits. Am gefragtesten ist - natürlich - ihre Version vom „Fliegerlied“, mit der die „Juzis“ international erfolgreich waren. „Drob‘n auf‘m Berg“ steht dem in nichts nach – die zugehörigen Zwergen-Zipfelmützen können Fans im Shop neben der Bühne erwerben.

Stimmungsreiser wie das Fesselspiel-Lied „Cowboy und Indianer“ oder die Partyvariante von „Country Roads“ tun ihr Übriges, um das Publikum bei bester Laune zu halten. Nicht erst nach sieben Stunden Live-Musik ist klar: Das Konzept des TSV ist aufgegangen. Nicht nur aus dem Landkreis, sondern aus ganz Deutschland sind Musikfreunde nach Löhlbach gekommen und werden das Open-Air sicherlich in bester Erinnerung behalten.Ein besonderes Erlebnis wurde das Konzert für die Immighäuser Jürgen Schlinke, Eckhard Schultze, Christian Figge, Gerd Völkel und Bernhard Kretschmer. Beim Karneval in Immighausen treten sie jedes Jahr als „Schmiedeteam“ auf – und imitierten dabei auch schon die „Jungen Zillertaler“.

Am Samstagabend trafen Originale erstmals auf die „Kopie“ – und die Musikanten aus Österreich bewunderten die originalgetreuen Kostüme. Das Schmiedeteam bekam Autogramme und schoss Erinnerungsfotos.

Zur Bildergalerie geht es hier

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare