Burgwald

Betreiber für Seniorenpflegezentrum gefunden

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- Burgwald (rou). Aus der Vision von Unternehmensberater Klaus Freund und Bürgern aus dem Ortsteil, eine Seniorenpflegeeinrichtung in Burgwald zu errichten, wird offensichtlich Realität. Bürgermeister Lothar Koch präsentierte am Donnerstagabend mit dem Familienunternehmen Horst Seibert aus Rauschenberg einen potenziellen Betreiber. Gesucht werden allerdings noch Investoren für das 5,7-Millionen-Euro-Projekt.

Das Familienunternehmen Seibert betreibt in Rauschenberg im benachbarten Landkreis Marburg-Biedenkopf eine Einrichtung mit 108 Pflegeplätzen und einen ambulanten Dienst. Außer der stationären Pflege werden im Seniorenzentrum „Haus Rauschenberg“ auch Tagespflege sowie Kurzzeit- und Urlaubspflege angeboten. Zudem besteht in Rauschenberg eine Wohngruppe für an Demenz erkrankte Menschen. Insgesamt beschäftigt Horst Seibert in seinem Familienunternehmen 110 Mitarbeiter sowie zehn Auszubildende.

Intensive Verhandlungen

Ein ähnliches Konzept soll in der geplanten Seniorenpflegeeinrichtung „Haus der Begegnung“ umgesetzt werden, berichtete Projektentwickler Klaus Freund gestern Abend den Abgeordneten in der Sitzung der Gemeindevertretung. Er sprach von „sehr intensiven und partnerschaftlichen Verhandlungen“, an denen außer ihm federführend Bürgermeister Lothar Koch, Ortsvorsteher Helmut Wiest sowie der Erste Beigeordnete Heinrich Hofmann beteiligt gewesen seien. Gemeinsam sei das Projekt auf die Bedürfnisse und die Kompetenz des potenziellen Betreibers ausgerichtet worden.

Seit fast zwei Jahren beschäftigt sich der Ortsbeirat mit dem Bau eines Seniorenzentrums. Konkret wurden die Überlegungen im Juli 2010. Einstimmig fassten die Parlamentarier damals den Beschluss, dass sie grundsätzlich mit der Errichtung eines Seniorenpflegeheims in Burgwald einverstanden sind. Der seit anderthalb Jahrzehnten mit der Planung von Sozialimmobilien betraute Burgwalder Unternehmensberater Klaus Freund forcierte daraufhin seine Planungen und taxierte das Projekt auf eine Investitionssumme von rund 3,15 Millionen Euro. Doch zu diesem Zeitpunkt war er noch auf der Suche nach einem Betreiber und vor allem einem Investor für das Projekt.

35 bis 40 Vollzeitstellen

Doch nicht nur Freund, sondern auch die Kommunalpolitiker machten seitdem ihre Hausaufgaben. Um das Gebäude auf dem rund 6600 Quadratmeter großen, direkt am Spielplatz und nahe dem Burgwalder Kindergarten gelegenen Grundstück in ruhiger Waldlage errichten zu dürfen, war eine Änderung des Bebauungsplanes erforderlich. Mit großer Mehrheit räumte die Gemeindevertretung diesen großen Stein aus dem Weg.Bereits bei der Projektvorstellung sprach Freund von einem Haus mit Alleinstellungsmerkmal in der Region. „Die Tatsache, dass Herr Seibert auf eigene Kosten eine auf seine Konzeption ausgelegte Planung in Auftrag gegeben hat, untermauert das große Interesse des Familienunternehmens an dem geplanten Projekt in Burgwald“, erklärte Freund. Im „Haus der Begegnung“ soll neben der stationären Seniorenpflege der Schwerpunkt in der Pflege und der Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen liegen. Für die Umsetzung des Konzepts sei die Schaffung von 35 bis 40 Vollzeitstellen erforderlich, erklärte Seibert.

Die Planung sieht 74 Seniorenpflegeplätze in 48 Einzelzimmern und vier Doppelzimmern vor. Zusätzlich soll es acht Zwei-Personen-Appartements und zwei Ein-Personen-Appartements geben, laut Horst Seibert ein Alleinstellungsmerkmal. In diesen Wohnungen sollen Ehepaare oder andere partnerschaftliche Gemeinschaften, die sich nicht von ihren an Demenz erkrankten Partnern trennen wollen, gemeinsam leben können. 5,7 Millionen Euro teuer

Außer den Verwaltungsräumen, Ruheräumen, Therapieräumen und einem Café, das durchaus auch von einem Dritten geführt werden kann, ist eine Küche geplant. Die Familie Seibert habe großen Wert darauf gelegt, dass direkt im „Haus der Begegnung“ das Essen zubereitet und es nicht angeliefert werde, betonte Freund. Das Investitionsvolumen bezifferte der Unternehmensberater auf rund 5,7 Millionen Euro. Finanziert ist das Projekt noch nicht. In den nächsten Monaten sollen Banken und Investoren aus der Region angesprochen werden, um mit ihnen die Finanzierung zu sichern. Sobald das Geld zur Verfügung stünde, könne mit dem Bau begonnen werden: im Frühjahr oder Sommer 2012. Die Bauzeit beträgt etwa 15 Monate. Nach Darstellung des Projektentwicklers sollen regionale Unternehmen in die Projektplanung einbezogen werden. „Lokale Investoren können somit gemeinwesenorientierte Versorgungsangebote unterstützen, die generationenübergreifend zu lokalen Betreuungseinrichtungen führen und die Eigenverantwortung und Solidarität der Menschen vor Ort stärken“, erklärte Freund und kündigte eine weitere Bürgerversammlung für den 23. November an.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 7. Oktober

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