25-Jähriger kaufte im Internet Ware für 3600 Euro, obwohl er kein Geld hatte

Bewährungsstrafe für Betrüger

Frankenberg. Wegen Betruges in acht Fällen hat das Frankenberger Amtsgericht am Dienstag einen 25 Jahre alten Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Weiterhin muss der Angeklagte drei Termine bei einem Schuldenberater wahrnehmen und 200 Stunden soziale Arbeit absolvieren.

Alles begann im September 2010. Der Angeklagte aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg soll im Internet Sachen bestellt haben, die einen Gesamtwert von 3600 Euro haben. Obwohl er sich in einer miserablen Finanzlage befunden haben soll, versuchte er, die Ware von seinem ungedeckten Bankkonto zu bezahlen. Dabei habe er diverse Produkte bei verschiedenen Anbietern bestellt und soll dabei falsche Nachnamen angegeben haben. Zum Beispiel den Nachnamen seiner Ex-Freundin oder Vornamen verschiedener Verwandter.

Ein Unbekannter ist der Angeklagte vor Gericht nach nicht. Er wurde bereits in der Vergangenheit wegen Diebstahls und Betrugs verurteilt worden. Dennoch behauptete er in diesem Verfahren, nur eine Teilschuld zu haben. „Ich habe diese Bestellungen zusammen mit meiner Ex-Freundin gemacht, als wir noch zusammen wohnten. Es kam sogar vor, dass sie im Alleingang irgendwelche Sachen bestellte“, rechtfertige sich der Angeklagte. Allerdings bestritt seine Ex-Freundin, die als Zeugin gehört wurde, die Aussage des 25-Jährigen. „Ich habe nie mit ihm zusammen Dinge übers Internet bestellt. Ich habe nur von ihm mal eine Tasche und Schmuck geschenkt bekommen. Aber ich wusste nicht, woher die Sachen stammen und wie die bezahlt wurden“, beteuerte die Zeugin. Allerdings räumte sie ein, dass sie die bestellte Ware benutzt und sogar die Pakete entgegen genommen habe.

Die Bestellungen wie eine Brotbackmaschine, Ski-Hosen, Parfüm, Handtaschen, ein Küchenschneidebrett, eine Weinachtslichterkette, ein Koffer und ein Teppich wurden in einem Zeitraum von zwei Jahren bestellt und laut Aussage des Angeklagten „nicht mal ausgepackt“. „Ich habe die Sachen irgendwann sogar zum Roten Kreuz gebracht, weil ich so ein schlechtes Gewissen hatte“, gab der 25-Jährige kleinlaut von sich. Richterin Andrea Hülshorst konnte dennoch nicht verstehen, warum der Angeklagte die Waren nicht einfach zum Anbieter zurückschickte, anstatt sie zu behalten. „Ja, leider habe ich das nicht getan. Das war dumm“, entgegnete der Mann.

Richterin Hülshorst setzte die Freiheitsstrafe zur Bewährung aus, da der Angeklagte im Sommer Vater wird. „Das sind besondere Umstände. Außerdem hoffe ich, dass zwei Wochen U-Haft Sie zur Raison gebracht haben. Wenn noch- mal was schief gehen sollte, wird es anders für Sie ausgehen“, betonte die Richterin in der Urteilsbegründung.

Von Anne Stephanie Gratzke

Quelle: HNA

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