Fünf Bienenvölker mit Schwefel vernichtet

Bienenseuche in Holzhausen: HNA sprach mit dem betroffenen Imker

Holzhausen. "Ich habe etliche Nächte nicht geschlafen", sagt der Imker aus Holzhausen, in dessen Bienenvölkern die Amerikanische Faulbrut festgestellt wurde. Es sei ein enormer Arbeitsaufwand, alle von der Bienenseuche betroffenen Waben und Rähmchen zu vernichten und alles andere zu desinfizieren.

"Es darf nichts übrig bleiben", sagte der Mann, der namentlich nicht genannt werden möchte, auf HNA-Nachfrage.

Er stehe in Kontakt mit dem Veterinäramt und dem Bienensachverständigen, er wisse aber nicht, wie es weitergehe. Und er wisse auch nicht, wo sich seine Bienen mit der für den Menschen harmlosen Faulbrut infiziert haben.

Der Mann ist seit 1992 Imker, einen Fall von Faulbrut hat er zum ersten Mal in seinem Bestand. Fünf seiner acht Bienenvölker habe er sicherheitshalber mit abgebranntem Schwefel vernichtet, drei sollen im sogenannten Kunstschwarmverfahren "saniert" werden, also am Leben bleiben.

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"Wenn der Erreger nicht sorgfältig getilgt wird, kann die Faulbrut einen seuchenhaften Verlauf nehmen", erklärte Bruno Binder-Köllhofer der HNA. Der Fachberater für Imker am Bieneninstitut in Kirchhain, das zum Landesbetrieb Landwirtschaft gehört, sieht den Fall "relativ gelassen und wenig dramatisch". Für den Menschen ist die Faulbrut unbedenklich, Honig kann weiterhin gegessen werden.

Der betroffene Imker aus Holzhausen weiß zwar nicht, wo sich seine Bienen infiziert haben, er berichtete aber, wie die Faulbrut bei ihm entdeckt wurde: "Ich wollte mit jungen Königinnen zu einer Begattungsstation in den Harz fahren, um sie reinrassig weiterzuzüchten. Dazu brauchte ich ein Gesundheitszeugnis für die Bienen", erzählt er.

Dabei stellte der Bienensachverständige Peter Tripp aus Ernsthausen fest, dass einige Zellen Löcher hatten, die Bienen also nicht geschlüpft waren. Stattdessen fand sich darin die für die Faulbrut typische zähe, braune Flüssigkeit. Das Veterinäramt wurde eingeschaltet, zwei Waben wurden zum Landeslabor nach Gießen geschickt. Dort wurde die amerikanische Variante der Faulbrut festgestellt.

Holzhausen ist seitdem Sperrbezirk, es dürfen keine Bienenstände dort hin- oder von dort weggebracht werden. Am Freitag wurde der Bienenstand eines zweiten Imkers im Dorf überprüft. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt. "Im Raum Frankenberg hatten wir so einen Fall noch nicht", sagt Peter Tripp.

Bruno Binder-Köllhofer vom Bieneninstitut, der als Experte zu Rate gezogen wurde, rechnet damit, dass der Sperrbezirk nach zehn bis zwölf Wochen aufgehoben wird "wenn alles gut läuft". Vorher werde überprüft, ob alle infizierten Sporen verschwunden sind.

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

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