Folgenreiche Hochzeitsfeier

Mit Bierflasche auf den Kopf geschlagen: Freiheitsstrafe

Frankenberg - Wenn ein Frankenberger innerhalb der nächsten vier Jahre eine Straftat begeht oder er in den nächsten sechs Monaten keine stationäre Alkoholentzugstherapie antritt, muss er ins Gefängnis.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 48-jährige Frankenberger im April einem anderen Mann eine halb volle Bierflasche aus Glas auf den Kopf geschlagen hatte. Er selbst könne sich an diese Tat nicht erinnern, sagte der Angeklagte - er war zu jenem Zeitpunkt stark alkoholisiert gewesen. Außerdem war er nur wenige Monate später mit 2,62 Promille Alkohol im Blut am Steuer eines Autos erwischt worden. Diese Trunkenheitsfahrt räumte der Angeklagte sofort ein.

Der erste Vorfall hatte sich auf der Hochzeitsfeier des Angeklagten ereignet. Verschiedene Zeugen stimmten bei ihren Berichten über die Feier in den wesentlichen Angaben überein. Sie waren sich auch einig darin, dass die Beteiligten allesamt stark alkoholisiert gewesen waren: Der eine bezeichnete es als „leichten Seegang“, eine andere Zeugin sprach von „stocksteif besoffen“.

Das zeigte auch die Auswertung des Alkoholtests: Nach Angaben des Mitarbeiters der Gerichtsmedizin hatte der Bräutigam zum Tatzeitpunkt bis zu 3,19 Promille Alkohol im Blut.

Der Mann war während seiner Hochzeitsfeier mit einem anderen Frankenberger in Streit geraten. Grund war neben der erheblichen Trunkenheit der beiden Beteiligten die Eifersucht des späteren Geschädigten. Er hatte damals dem Bräutigam vorgeworfen, mit seiner Lebensgefährtin „geschäkert“ zu haben. Mehrfachen Aufforderungen des Brautpaares, das Hochzeitsfest zu verlassen, waren der Gast und seine Lebensgefährtin nicht nachgekommen. Vor Gericht sagte der Geschädigte gestern, er wisse nicht mehr, wie die Situation eskaliert sei. Er betonte aber, daran ebenso Schuld zu haben wie der Angeklagte. „Es war ein Eifersuchtsdrama“, sagte der Frankenberger: „Und bumm, hatte ich eine Flasche auf dem Kopf.“ Dadurch entstand eine Platzwunde, die genäht werden musste.

Gegenüber der hinzugerufenen Polizei hatte der 48-Jährige sofort gestanden, seinem Hochzeitsgast die Flasche über den Kopf gezogen zu haben.

Richterin Andrea Hülshorst verurteilte den 48-jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall und Trunkenheit im Straßenverkehr zu einer Gesamtstrafe von sieben Monaten Freiheitsentzug. Sie ist auf eine Dauer von vier Jahren zur Bewährung ausgesetzt.

Außerdem muss der Mann 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und innerhalb von sechs Monaten seine Alkoholsucht in einer stationären Therapie behandeln lassen. Aufgrund des langen Vorstrafenregisters und einer laufenden Bewährung kam eine Geldstrafe laut Hülshorst nicht in Frage. (apa)

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