EGF-Chef Schleiter sieht durch Burgwaldkaserne zusätzliche Perspektive für die Biogasanlage

Biogas: Wärmenutzung statt Einspeisung ins Netz

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Frankenberg - Kurz bevor das Parlament am Donnerstag erneut ein Votum zur Biogasanlage abgibt, betonte EGF-Chef Karl-Heinz Schleiter am Montag auf Nachfrage der FZ: "Der geplante Standort der Biogasanlage zwischen Frankenberg und der Burgwaldkaserne erweist sich als ideal."

Nach der verbindlichen Zusage der Standortsicherung für die Burgwaldkaserne durch das Verteidigungsministerium würden sich neue Perspektiven für ein Wärmenutzungskonzept ergeben, erläuterte Schleiter. Es geht also nicht mehr darum, mit einer Anlage Gas ins Netz einzuspeisen, sondern um Wärmenutzung.

Unter Hochdruck hätten die Spezialisten des Frankenberger Energieversorgungsunternehmens an der Erweiterung des vorhandenen Konzeptes für den Bau und Betrieb der Biogasanlage gearbeitet. Die Pläne der EGF umfassen demnach mehrere Varianten in drei Ausbaustufen.

Eine der Varianten geht davon aus, dass in der Kaserne, in der zurzeit 1100 Soldaten ihren Dienst verrichten, eine neue Sporthalle gebaut werden soll. Bereits im November des vergangenen Jahres hatte Schleiter sich daher schriftlich an eine vom Bund beauftragte Gesellschaft gewendet, um im Rahmen eines sogenannten Interessebekundungsverfahrens zu signalisieren, dass die EGF gemeinsam mit dem Maschinenring Waldeck-Frankenberg die Liegenschaft mit Rohbiogas oder mit zu Erdgasqualität aufbereitetem Biogas beliefern könne.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass eine Ausschreibung im Anschluss an das Interessebekundungsverfahren die Wärmeversorgung für die komplette Kaserne betreffe, erklärte Schleiter gestern. Für diesen Fall bietet sich nach Ansicht des EGF-Geschäftsführers die Lieferung von Rohbiogas über eine Niederdruckleitung aus der Biogasanlage an. In der Kaserne könne dann beispielsweise über hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungssysteme Strom und Wärme erzeugt werden.

Schulen anschließen

Das Stufenkonzept der EGF enthält weitere Varianten, die von der Nutzung des Biogases in der Burgwaldkaserne unabhängig sind. Schleiter spricht dabei in erster Linie die beiden Schulen im westlichen Stadtgebiet von Frankenberg an: die Regenbogenschule und die Hans-Viessmann-Schule. Auch dort könnte die Wärmeversorgung über Blockheizkraftwerke erfolgen, die über eine noch zu verlegende Gasleitung mit Rohbiogas aus der Biogasanlage beliefert werden.

Und vom Standort der Schulen bis zum nächsten großen Wärmeabnehmer sei nur noch eine kleine weitere Strecke zu überwinden. Die Rede ist vom Ederberglandbad und der Ederberglandhalle. Die unterschiedlichen Bedarfe der Schulen, des Hallen- und Freibades und der Ederberglandhalle würden sich aus Schleiters Sicht ideal ergänzen und eine kontinuierliche Gasabnahme garantieren. "Das macht die Erzeugung des Biogases für die EGF besonders interessant", erklärte der Geschäftsführer.

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