Population vermehrt sich bereits

Biotop für Kreuzkröte als Ausgleich für Logistikhalle

Waldeck-Frankenberg. Von der Sandgrube zum Biotop: Als vorbildlich lobt Landrat Dr. Reinhard Kubat die Naturschutz-Ausgleichsmaßnahme für den Bau der zweiten Logistikhalle in Volkmarsen.

Eine dazu verfüllte Sandgrube neben der Halle zeige deutliche Erfolge, freute sich Landrat Kubat: „Die in der Sandgrube rekultivierten Bereiche umfassen 3,5 Hektar und sind für einen Zeitraum von zehn Jahren ausschließlich dem Artenschutz vorbehalten. Mittlerweile konnte hier eine erfreuliche Vermehrung der Population der Kreuzkröte festgestellt werden, die in Waldeck-Frankenberg zu den bedrohten Arten zählt.“

Das in Volkmarsen umgesetzte Konzept habe beispielhaften Charakter und könne als Vorbild für ähnlich dimensionierte Projekte dienen, meinte der Landrat. Nach Angaben des Kreises wurde der zweite Hallenkomplex am südwestlichen Stadtrand von Volkmarsen im August seiner Bestimmung übergeben. Da für den Bau enorme Mengen Erdaushub anfielen, war ein Entsorgungs- beziehungsweise Verwertungskonzept Teil der Baugenehmigung. Über die Umsetzung informierten sich nun Vertreter von Kreis, Stadt und Unternehmen.

Von der Sandgrube zum Biotop: die Naturschutz-Ausgleichsmaßnahme für den Logistikhallenbau in Volkmarsen. Die kleine Aufnahmen oben links zeigt ein Kreuzkröten-Männchen mit Schallblase. Fotos: nh

Die Hallen umfassen eine Grundfläche von 90.000 Quadratmeter (qm), hinzu kommen Freilagerflächen. Insgesamt mussten auf einem Areal von knapp 160.000 qm Erdarbeiten vorgenommen werden. Dabei fielen rund 48.000 Kubikmeter (kbm) Mutterboden sowie knapp 310.000 kbm aus tieferen Bodenschichten an, von denen etwa die Hälfte wieder auf das Gelände aufgebracht wurde und der Rest entsorgt werden musste.

Als „Glücksfall“ habe sich erwiesen, dass die angrenzende Sandgrube der Firma Josef Funke GmbH in Teilen verfüllt werden sollte. In Kooperation von Kreis (Bauamt, Fachdienst Landwirtschaft und Untere Naturschutzbehörde), Stadt, Firma Funke und der Goldbeck West GmbH (Kassel/Projektleitung für den Hallenbau) wurde dies angegangen. Das Konzept der Agri-Herp Consult (Hann. Münden) diente als Grundlage für die Ausgleichsmaßnahme.

Soll geschützt werden: Die Kreuzkröte.

Im verfüllten Steinbruch wurden großflächige Rohbodenflächen als Lebensraum für die Kreuzkröte geschaffen. Das Ergebnis sei „ein Biotop von hohem ökologischen Wert“. Landrat Kubat und Bürgermeister Hartmut Linnekugel freuten sich bei der Besichtigung darüber, dass ein derart gelungener Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie geschaffen werden konnte. Linnekugel: „Aus Sicht der Stadt Volkmarsen begrüßen wir sehr die Umsetzung des Konzeptes, denn es zeigt sich, dass schon äußerst zeitnah deutliche Erfolge der Kompensationsmaßnahmen erreicht worden sind.“

Quelle: HNA

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