Frankenau

Björn Brede ist seit 100 Tagen im Amt

- Frankenau (apa). Vor 100 Tagen hat Björn Brede das Büro des Bürgermeisters in Frankenau bezogen, nachdem er sich im März bereits im ersten Wahlgang gegen drei Gegenkandidaten durchgesetzt hatte.

Seine erste Handlung am ersten Tag im Amt als Bürgermeister bestand darin, den Bürostuhl zu entsorgen, der genauso alt ist wie er selbst: 32 Jahre lang war das Möbelstück in den Diensten der Stadt, doch für die Anatomie des groß gewachsenen neuen Rathauschefs völlig ungeeignet. Ein anderer Stuhl, ein Flipchart und ein neues Foto waren die einzigen optischen Veränderungen, die Björn Brede in seinem Amtszimmer vorgenommen hat. „Die 100 Tage sind im Winde verflogen“, sagt der junge Rathauschef. Der 32-Jährige hatte keine Zeit, zwischen Wahl und Amtsantritt Urlaub zu nehmen – und auch die ersten Monate seiner Bürgermeisterzeit waren mit Terminen vollgestopft: 72 Sitzungen, 48 Bürgergespräche und 13 weitere Termine im Rathaus, fünf Bürgersprechstunden in den Dörfern, 31 Ortstermine auf Baustellen oder nach Anliegerhinweisen und 23 repräsentative Termine hat der Bürgermeister in 100 Tagen absolviert. Hinzu kommen täglich zwei Stunden „Zeitverlust“, die er im Auto verbringt – aber nicht mehr lange. Denn erst seit wenigen Tagen hat er den Schlüssel zu seiner neuen Wohnung in Frankenau. Zum Renovieren und Einrichten hat er aber noch keine Zeit gefunden. „Das Privatleben bleibt völlig auf der Strecke“, hat er festgestellt. Etwa an jedem zweiten Wochenende habe er einen Tag frei gehabt. Dennoch: Bereut habe er seine Entscheidung „bis jetzt in keinster Weise. Es macht wirklich Spaß“. Dafür mitverantwortlich sind auch die Menschen, mit denen er regelmäßig zu tun hat: Die Fraktionen, die städtischen Gremien, die Verwaltung, die Ortsbeiräte und natürlich die Bürger. Mit ihnen allen habe es bis dato keinerlei Schwierigkeiten oder Krach gegeben, freut sich Brede. In den vergangenen Monaten hat er versucht, die Gegend um Frankenau besser kennenzulernen.Erste Einblicke hat er beim 50-jährigen Bestehen der Jagdgenossenschaft und beim Volkswandertag sowie beim Waldbegang der städtischen Gremien bekommen. „Aber es gibt noch einige Wanderwege abzulaufen“, weiß der 32-Jährige. Nach den ersten Wochen im Amt hat er auch den Überblick über die Arbeit in seiner Verwaltung bekommen – und bereits eine Umsetzung in den Büros angeordnet. „Wir haben personell hohe Engpässe“, sagt Brede, „die Personalstruktur wird sich ändern.“ Ob es neue Stellen geben werde, wollte er noch nicht sagen: „Das Parlament muss darüber beim nächsten Stellenplan sprechen.“ Allerdings sei die Verwaltung „mehr als ausgelastet“, ebenso wie der Bauhof, sagte Brede mit Verweis auf mehr als 20 aktuelle kleine und größere Bauprojekte vom Lengeltal bis hin zum Dorfgemeinschaftshaus in Altenlotheim. Deutlich geworden ist für den Bürgermeister vor allem das Spektrum, das eine kleine Verwaltung bearbeiten muss. Waldwirtschaft, der Umgang mit Behörden und Vorschriften – damit hatte Brede bisher wenig zu tun. Er kannte sich im Sozial­ressort und in der Kämmerei gut aus. „Die Kollegen hier müssen Allround-Talente sein“, sagt er. „Ich hätte vor einem Jahr nie gedacht, dass ich mich mal mit Baurecht beschäftige.“

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