Bürgermeister vor Amtsantritt - Parlament muss Wahlergebnis noch bestätigen

Wahlsieger Brede: Ich kann am 1. April anfangen

Frankenau. Björn Brede kann zum 1. April sein Amt als Bürgermeister von Frankenau antreten. Er habe mit seinem Arbeitgeber, der Stadt Kassel, alles Nötige geklärt, sagte der Diplom-Verwaltungswirt am Mittwoch der HNA.

Von seiner Seite aus stehe dem Amtsantritt also nichts mehr im Wege. Wie bereits berichtet, ist der 1. April auch von städtischer Seite der Wunschtermin für den Amtsantritt des 32-Jährigen, der sich am Sonntag mit 54 Prozent der Stimmen gegen vier Mitbewerber durchgesetzt hatte.

Die nächste Parlamentssitzung in Frankenau ist für den 31. März vorgesehen, bekräftigte Erster Stadtrat Norbert Geisler, der derzeit die Amtsgeschäfte führt. Bestätigen die Stadtverordneten dabei das Wahlergebnis, könnte Björn Brede noch in derselben Sitzung seinen Amtseid ablegen und am folgenden Tag mit seiner Arbeit im Rathaus beginnen.

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Björn Brede ist Frankenaus neuer Bürgermeister

Brede hatte gegenüber der HNA am Tag nach der Entscheidung noch einmal eine positive Bilanz des Wahlkampfs gezogen. Alle Kandidaten hätten sich sehr fair verhalten. Auf seinen Amtsvorgänger Dr. Reinhard Kubat, den jetzigen Landrat angesprochen, machte Brede im Gespräch mit der HNA seine Position deutlich. Eines sei klar: Die Leistung von Reinhard Kubat und seinen Werdegang müsse man anerkennen, er habe großen Respekt davor.

„Andererseits werde ich als Bürgemeister sicher nicht sagen, ich mache genau so weiter wie er“, sagte Brede. „Ich habe meinen eigenen Stil und möchte damit, zusammen mit allen Einwohnern, die Politik in Frankenau gestalten.“ Jetzt will der 32-jährige Brede so schnell wie möglich nach Frankenau umziehen. "Ich bin bereits auf Wohnungssuche", sagte er der HNA.

Brede hatte die Bürgermeisterwahl in Frankenau am Sonntag gewonnen. Mit 54 Prozent setzte sich der SPD-Kandidat am Sonntagabend im ersten Wahlgang gegen vier Mitbewerber durch. Jörn Kring, der von der CDU und den Freien Bürgern unterstützt wurde, erreichte mit 20,4 Prozent das zweitbeste Ergebnis. Auf den Plätzen folgen die unabhängigen Kandidaten Alexander Kaufmann mit 12,9 Prozent, Werner Schelberg mit 11,9 Prozent und Arno Wissemann mit 0,9 Prozent.

Der Diplom-Verwaltungswirt Brede, der aus Zierenberg-Burghasungen (Kreis Kassel) stammt, holte in Kernstadt und allen Ortsteilen die Mehrheit. Er bot allen Parteien und Einwohnern Frankenaus die Zusammenarbeit an. Ausdrücklich lobte er den fairen Wahlkampf unter den fünf Kandidaten. Von der Stadt gab es Lob und Dank auch für die Unterlegenen: Sie bekamen Wurst und Wein – auch als Anerkennung dafür, dass sie sich alle zur Wahl gestellt hatten.

So etwas sei schließlich wichtig in einer Demokratie, kommentierte Stadtverordnetenvorsteher Thomas Scheerer und fügte augenzwinkernd hinzu: Es sei schön, dass sich auch eine arme Stadt wie Frankenau fünf Bürgermeister-Kandidaten leisten könne.

Insgesamt waren 2535 Wahlberechtigte aufgerufen, über den neuen Bürgermeister zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,9 Prozent. Nötig war die Wahl, weil der damalige Bürgermeister Dr. Reinhard Kubat im Juli 2009 zum Landrat von Waldeck-Frankenberg gewählt worden war. Er hatte das Amt im Korbacher Kreishaus zum Jahresbeginn 2010 angetreten.

Seitdem hat Erster Stadtrat Norbert Geisler die Amtsgeschäfte im 3500-Einwohner-Ort Frankenau übernommen. Am Ende des Wahlabends gab es dann nach vielen Gratulationen für Brede auch noch die von Amtsvorgänger Dr. Reinhard Kubat.

Der neue Landrat hatte sich von Volkmarsen, wo er Bürgermeister Hartmut Linnekugel zur Wiederwahl gratulierte, nach Frankenau aufgemacht, als ihm das überraschend gefallene Votum mitgeteilt worden war. Dort betrat er unter Applaus den Saal – und wünschte seinem Nachfolger alles Gute. (mam)

Die Wahlbeteiligung lag bei 74,9 Prozent. (red)

 

So wählten die Stadtteile:

Frankenau

Brede: 381 Stimmen Kring: 163 Schelberg: 139 Kaufmann: 149 Wissemann: 11

Allendorf-Hardtberg

Brede: 63 Kring: 31 Schelberg: 9 Kaufmann: 15 Wissemann: 1

Altenlotheim

Brede: 247 Kring: 44 Schelberg: 38 Kaufmann: 32 Wissemann: 2

Dainrode

Brede: 61 Kring: 34 Schelberg: 3 Kaufmann: 11 Wissemann: 2

Ellershausen

Brede: 150 Kring: 63 Schelberg: 14 Kaufmann: 13 Wissemann: 1

Louisendorf

Brede: 42 Kring: 11 Schelberg: 3 Kaufmann: 10 Wissemann: 0

Briefwahl

Brede: 71 Kring: 37 Schelberg: 17 Kaufmann: 12 Wissemann: 0

Quelle: HNA

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