Ausbruch nur eine Frage der Zeit

Blauzungenkrankheit im Frankenberger Land: Das sagen Tierhalter zum Sperrgebiet

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Noch entspannt: Matthias Bauch aus Allendorf/Hardtberg will seine Tiere aber impfen, wenn die Blauzungenkrankheit ausbricht. Mit ihm auf dem Foto ist der Bentheimer Landschafbock Jacky. 

Schafhalter Matthias Bauch aus Allendorf/Hardtberg sieht dem Thema Blauzungenkrankheit derzeit noch gelassen entgegen.

„Meines Wissens hat es ja bis jetzt noch keinen Krankheitsausbruch gegeben, sondern es wurden nur Antikörper im Blut festgestellt“, sagt der Vorsitzende des Schafhaltervereins Frankenberg.

„Unruhe“ gebe es allerdings schon unter seinen Berufskollegen, räumt er ein. Er habe auch schon mehrere Anrufe bekommen. „Das waren aber meistens befreundete Züchter von weiter weg. Aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg hat sich noch keiner bei mir gemeldet“, so Bauch.

Da sein Hof in Allendorf/Hardtberg liege und damit zur Stadt Frankenau gehöre, falle sein Betrieb bis jetzt noch nicht in das Sperrgebiet. Die Handelsbeschränkungen, wonach nur noch geimpfte Tiere aus dem Sperrgebiet heraustransportiert werden dürfen, sieht er derzeit nicht als problematisch an: „Die meisten Schafe lammen im Moment und stehen sowieso im Stall“, so Bauch.

Der Transport von Schlachttieren sei mit Sondergenehmigung erlaubt. Drei große Auktionen seien aber bereits wegen der Blauzungenkrankheit abgesagt worden.

Bauch, der seit 26 Jahren Schafzucht betreibt und auch Vorsitzender des Kurhessischen Schäferverbandes ist, hat in 2009, als die Blauzungenkrankheit erstmals im Landkreis aufgetreten war, zwei Schafe dadurch verloren. Damals sei Impfstoff „in Rekordzeit“ zur Verfügung gestellt worden und es sei flächendeckend geimpft worden.

Viele Züchter hätten damals große Verluste einstecken und auch noch mit Folgeschäden bei ihren Tieren kämpfen müssen.

Auch wenn die Krankheit im Landkreis Waldeck-Frankenberg noch nicht ausgebrochen ist, appelliert Dr. Henrik Wagner von der Universität Gießen, gefährdete Bestände wie Schafe, Ziegen und Rinder unbedingt impfen zu lassen. „Schafe sind besonders betroffen“, mahnt er.

Die Blauzungenkrankheit werde zwar nicht von Tier zu Tier, sondern durch eine Mückenart übertragen, die im Moment witterungsbedingt nicht so häufig vorkomme. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Fälle auftreten, so der Fachtierarzt für kleine Wiederkäuer.

Leider hätten viele Tierhalter die Kosten gescheut und nicht schon freiwillig geimpft.

Falls die Krankheit zum Ausbruch komme, werde er seine Tiere impfen lassen, sagt Matthias Bauch. „Ich vermute, dass die Krankheit uns in Zukunft erhalten bleibt“, so seine Prognose.

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