Frankenberger Geschichtsverein war beim Tag der Landesgeschichte in Fritzlar vertreten

Blick in bewegte Reformationszeit

An einem Büchertisch informierten beim Tag der Landesgeschichte in Fritzlar (von links) Ruth Piro-Klein, Ernst Helfenbein und Volker Wiesemann über den Frankenberger Geschichtsverein. Fotos: vk

Frankenberg - Einen umfassenden Einblick in die Geschichte einer der ältesten Städte zwischen Rhein und Main erhielten die Mitglieder des Frankenberger Geschichtsvereins, als sie in Fritzlar am Tag der hessischen Landesgeschichte 2014 teilnahmen.

Nach einer öffentlichen Festveranstaltung „180 Jahre Vereine für hessische Geschichte und Landeskunde Kassel 1834“ (VHG) im Restaurant „Haus an der Eder“ lernten die Frankenberger bei Führungen durch den Dom und durch die Altstadt die historischen Stätten näher kennen.

Goldene Ehrennadel für Michael Lapp

In seinem Festvortrag schilderte der Historiker Dr. Sven Hilbert (Zennern) „Fritzlar im Zeitalter der Reformation“ und beschrieb dabei die politische und kirchliche Entwicklung dieser territorialen Enklave im Spannungsfeld zwischen Kurmainz und Hessen.

Es gab dramatische Entwicklungen: 1548, als dielutherischeReformation in der Stadt viele Anhänger hatte, musste das Kloster schließen und 1553, alslandgräflich-hessische Truppen die Stadt besetzten und die Reformation eingeführt wurde, mussten die Mönche die Stadt verlassen. Nur die evangelisch gewordenen Brüder durften in den Gebäuden bleiben. Die landgräfliche Besetzung endete 1555 nach demReligionsfrieden von Augsburg, und die zum ErzbistumMainzgehörende Stadt blieb katholisch.

In Vertretung des verhinderten VHG-Vorsitzenden Dr. Dirk Richardt ehrten die Vorstandsmitglieder Siegfried Pietrzak und Marion Jäckel drei verdiente Mitglieder des Geschichtsvereins: Der langjährige 2. Schatzmeister im Hauptverein, Bodo Fäcke (Homberg/Efze), wurde zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt, mit der goldenen Ehrennadel wurden Dr. Jochen Ebert (Kassel) und Michael Lapp (Gelnhausen) ausgezeichnet.

Michael Lapp, der aus Frankenberg stammt und dort noch immer im Zweigverein mitarbeitet, ist an seinem Wohnort Gelnhausen der Vorsitzende des dortigen VHG-Zweigvereins.

Während des Tags der Landesgeschichte war der Frankenberger Geschichtsverein auch mit einem Büchertisch vertreten, mit dem er einen Überblick über seine Publikationen der letzten beiden Jahre bot.

Am Nachmittag trafen sich die Geschichtsfreunde mit Stadtarchivar Clemens Lohmann am „Grauen Turm“, besichtigten dort die „Gerstenberg-Etage“ und erinnerten sich am Modell des Bonifatius-Denkmals an die Missionierung des nordhessischen Raums. Vorbei am „Hochzeitshaus“ ging die Führung über den Marktplatz bis in das in einem gotischen Hallenfachwerkhaus untergebrachte Stadtarchiv, wo 4500 Bücher, darunter 1200 Amts- und Gesetzesblätter aufbewahrt werden. (vk)

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