"Blut muss fließen"

„Blut muss fließen“ gibt Einblick in Nazi-Szene

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Damit sich Szenen wie in „Blut muss fließen“ (oben) nicht in Frankenberg abspielen, laden Bürgermeister Rüdiger Heß, die Schulleiter Cornelia Schönbrod, Helmut Klein und Stefan Hermes sowie GfW-Sektionsleiter Elmar Henschen (von links) dazu ein, den Film am nächsten Dienstag kostenfrei zu schauen und anschließend zu diskutieren.Fotos: gl/pr

Frankenberg - Warum fasziniert einige Jugendliche die rechte Szene? Antworten liefert der Film „Blut muss fließen“ des Produzenten Peter Ohlendorf. Die Frankenberger Schulleiter, Politik und die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik laden ein.

Es sind gespenstische Szenen, die die Schulleiter von Cornelia Schönbrod, Helmut Klein und Stefan Hermes gestern Nachmittag sehen. Die Rektoren von Ortenbergschule, Burgwaldschule und Edertalschule schauen gemeinsam mit Bürgermeister Rüdiger Heß und Elmar Henschen als Sektionsleiter der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) den Film „Blut muss fließen“ des Produzenten Peter Ohlendorf. Sie sollen sich vorbereiten, um zu wissen, was auf die Schüler zukommt, um in eine Diskussion einsteigen zu können, denn am Dienstag, 11 Juni, zeigt die GfW den Streifen in den Schulen, in der Kaserne und Abends um 19 Uhr öffentlich in der Burgwaldkaserne.

„Beim Halloween-Midnight-Shopping 2011 habe ich erstmals mitbekommen, dass es auch hier rechte Tendenzen gibt“, sagte Elmar Henschen bei der Vorstellung des Filmes. Der Skandal um die Terrororganisation NSU habe die Frage aufgeworfen, ob einige deutsche Sicherheitsorgane „auf einem Auge blind“ seien. „Es wurde aber nie gefragt, warum junge Menschen auf die Idee kommen, da mitzumachen“, sagte Henschen. Der Film gebe Antworten: „Die Musik ist die Einstiegsdroge in die Szene“. Auch der Filmer Thomas Kuban - ein Pseudonym - habe das während der Recherchen festgestellt. Eindringlich zeigt „Blut muss fließen“ die Faszination, die der Rechtsrock ausübt.

„Dabei sind es nicht die integrierten, erfolgreichen, anerkannten Jugendlichen, sondern eher jene, wo eben das fehlt“, die in die Szene rutschten, sagte der Sektionsleiter, der studierter Politologe ist. Erst unter Gleichgesinnten entwickle sich ein Wir-Gefühl - „so ist auch der NSU entstanden“, sagte Elmar Henschen.

Gemeinsam laden er, Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß und die Leiter aller Schulen in der Stadt zu dem Film- und Diskussionsabend ein. Produzent Peter Ohlendorf selbst pendelt am nächsten Dienstag zwischen Kaserne und der Stadt, um den Film abwechselnd Schülern wie Soldaten zu zeigen und anschließend mit ihnen zu diskutieren.

Um 19 Uhr beginnt dann die öffentliche, kostenfreie Vorstellung von „Blut muss fließen“ in der Frankenberger Kulturhalle.

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