26-jähriger Iraker soll anderen Flüchtling niedergestochen haben

Blutiger Streit in Willingen vor Gericht

Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung steht seit Mittwoch ein 26-jähriger, ehemaliger Bewohner eines Flüchtlingsheimes in Willingen vor dem Kasseler Landgericht.

Kassel. Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung steht seit Mittwoch ein 26-jähriger, ehemaliger Bewohner eines Flüchtlingsheimes in Willingen vor dem Kasseler Landgericht.

Er soll am 9. Juni 2016 einen 21-jährigen Syrer mit 15 Messerstichen und -schnitten an Kopf und Körper so schwer verletzt haben, dass der Mann nur nach einer Notoperation überlebte.

Die Aufklärung dessen, was sich tatsächlich an diesem Sommernachmittag auf dem Gehweg an der Briloner Straße in Willingen vor einem griechischen Restaurant zugetragen hat, wird ein schwieriges Stück Arbeit für die 6. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Volker Mütze werden. Angeklagter und Opfer lieferten völlig unterschiedliche Darstellungen.

Eine 17-jährige Frau aus Willingen, die möglicherweise unbewusst Auslöser des blutigen Streits war, gab  als Zeugin noch einmal abweichende Versionen des Geschehens an. Deutlich wurde allerdings, dass die Bluttat auf dem Gehweg nur der Höhepunkt eines seit langem schwelenden Streites zwischen den beiden Männern war, der schon mehrfach in der Schule oder am Willinger Kurpark mit den Fäusten ausgetragen worden war. Vor der Polizei hatte der eher zierliche Angeklagte angegeben, er habe Angst vor dem körperlich überlegenen Syrer gehabt und sich deshalb in Willingen ein Messer gekauft.

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