Frankenberg

Bluttner: „Chance, Hobby zum Beruf zu machen“

- Frankenberg (rou). CDU und Bündnis 90/Die Grünen sehen in Bernd Bluttner den idealen Mann, um „in den nächsten fünf Jahren und darüber hinaus unsere im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele umzusetzen“, sagte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Rainer Hesse.

Die Spitzenvertreter der beiden Koalitionsparteien haben gestern Vormittag wie angekündigt gemeinsam Stellung zur Nominierung des CDU-Bürgermeisterkandidaten bezogen, und auch Bernd Bluttner meldete sich zu Wort.

Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, seinen Hut um die Nachfolge von Christian Engelhardt als Frankenberger Bürgermeister in den Ring zu werfen, berichtete Bluttner. Im Sommer sei er 14 Tage in den Bergen unterwegs gewesen. „Und diesen Urlaub habe ich vollständig dazu genutzt, alle Seiten der Kandidatur zu beleuchten.“

Im Wesentlichen seien es vier Aspekte gewesen, die ihn motivieren würden, diese Aufgabe antreten zu wollen. „Es ist die Faszination des Amtes“, sagte Bluttner und legte als weiteren Grund nach: „Es bietet sich mir die Chance, mein Hobby zum Beruf zu machen.“ Weiterhin sei es die Aussicht auf noch mehr Kontakt zu den Menschen; vom Bürger bis zum Geschäftsführer. „Ich will für alle ein offenes Ohr haben.“ Vor allem aber reize ihn die Aufgabe, die Herausforderungen der finanziellen Situation der Stadt zu meistern, sagte Bluttner. Angesichts der leeren Kasse müsse intelligent und nachhaltig gehaushaltet werden, ohne die Stadt kaputtzusparen. Als neuer Bürgermeister könne er seine Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen, wies er darauf hin, dass er das Programm zur Kommunalwahl und den Koalitionsvertrag mitgestaltet hat.

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Rainer Hesse und Uwe Patzer sowie Helmut Naumann von Bündnis 90/Die Grünen erinnerten an den Passus im Koalitionsvertrag, wonach bei der nächsten Frankenberger Bürgermeisterwahl, wenn möglich, ein gemeinsamer Kandidat aufgestellt werden sollte. „Dass das so schnell kommt, hätten wir im April natürlich nicht gedacht“, sagte Hesse und wies auf den gemeinsam mit den Grünen einberufen Wahlvorbereitungsausschuss hin, der nach Bekanntwerden des Ausscheidens von Bürgermeister Christian Engelhardt zum 30. November im Sommer eingerichtet wurde.

„Es war uns wichtig, bei der Bürgermeisterwahl einen eigenen Frankenberger Kandidaten aufzustellen“, erläuterte der Stadtverbandsvorsitzende. „Viele Dinge sind am Laufen. Die wollen wir zu Ende bringen und weiterentwickeln“, betonte er. Kontinuität sei deshalb wichtig. Patzer lobte die vertrauensvolle, harmonische und sachliche Arbeit der Vertreter der Koalitionsparteien in diesem Siebenerausschuss. Der Fraktions- und Parteivorsitzende erinnerte an die Jahre 2001 bis 2006, als CDU, FDP und Grüne als „Jamaika“-Koalition die Geschicke der Stadt bestimmten. „Schon damals haben wir an Bernd Bluttner vor allem seine Verlässlichkeit geschätzt.“ Auch an der Ausarbeitung des aktuellen Koalitionsvertrages sei der stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende federführend beteiligt gewesen. „Und vor allem hat Bernd Bluttner bei seiner Vorstellung im Wahlvorbe-reitungsausschuss eine sehr gute Vorstellung abgeliefert.“ Er sei überzeugt, dass „wir mit Bernd Bluttner als Bürgermeister die Themen aus dem Koalitionsvertrag durchbekommen werden“, sagte Patzer und nannte als zentrale Anliegen die Bereiche Energie und Umwelt sowie die Bürgerbeteiligung mit dem frühzeitigen Eintreten in Informationsprozesse. „Wir freuen uns darauf, Bernd Bluttner im Wahlkampf zu unterstützen.“

Bernd Bluttner habe sowohl in der Mitgliederversammlung der Grünen als auch in der Zusammenkunft der CDU „ein gutes Ergebnis bekommen“, sagte Hesse. „Jetzt gilt es, noch den ein oder anderen zu überzeugen. Aber wir werden gestärkt aus der Diskussion hervorgehen.“ Bernd Blutter sei ein bekannter und erfahrener Politiker, „der für die CDU und die Frankenberger Stadtpolitik steht“, sagte der Stadtverbandsvorsitzende. Immerhin sei Bluttner nach Erstem Stadtrat Willi Naumann der dienstälteste Stadtrat.

Wenn sich Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt Ende November aus dem Rathaus verabschiede, müssten die Mitglieder des Magistrat sicherlich verstärkt Aufgaben übernehmen, sagte Bernd Bluttner. Er werde in den nächsten Monaten allerdings sehr genau darauf achten, seine Aufgabe als Stadtrat und seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt nicht zu vermischen. Die nächsten Wochen bezeichnete der 44-jährige Franken-berger als „Wahlkampf light“. Bis zum Wahlsonntag Ende Februar oder Anfang März „liegt jede Menge Arbeit vor mir und den mich unterstützenden Parteien“. Er wolle versuchen, „die Menschen davon zu überzeugen, dass ich der richtige Mann für Frankenberg bin“.

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