Reddighausen: VdK begutachtet Gehwege und öffentliche Gebäude

Bordsteine und Treppen sind oft unüberwindbar

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Hier geht es nicht weiter: Die VdK-Vorsitzende Gerlinde Albath (rechts) und Nina Müller (mit Tochter Sophie) am Eingang des Reddighäuser Dorfgemeinschaftshauses.Foto: Mark Adel

Hatzfeld - Hier ein Bordstein beim Spielplatz, dort eine Treppe zum Dorfgemeinschaftshaus: Wer mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Gehhilfe unterwegs ist, trifft auf viele Hindernisse. Der Sozialverband VdK will auf diese Barrieren aufmerksam machen.

Die VdK-Ortsgruppe Reddighausen/Holzhausen/Eifa unternimmt Rundgänge in den drei Dörfern, um solche Bausünden aufzuzeigen. Verbunden mit Forderungen ist das aber nicht: „Wir wollen nicht anprangern, sondern darauf aufmerksam machen, damit zum Beispiel bei der Erneuerung einer Straße hohe Bordsteine beseitigt werden können“, erklärt die Vorsitzende Gerlinde Albath.

Den ersten Rundgang unternahm sie mit den Vorstandsmitgliedern Dieter Haffner und Christa Wenzel in Reddighausen. Ihr Augenmerk galt nicht nur den Bedürfnissen älterer oder behinderter Menschen. Nina Müller schob Töchterchen Sophie mit dem Kinderwagen, um aufzuzeigen, wo beim täglichen Spaziergang Hürden bestehen - etwa beim Spielplatz am Feuerwehrhaus, wo ein hoher Bordstein überwunden werden muss.

Der Ortsbeirat hoffe, den Spielplatz einige Meter verlegen zu können, berichtete Ortsvorsteher Marcus Bettelhäuser. Dann könnte bereits beim Bau auf eine bessere Erreichbarkeit geachtet werden. Anstelle des bisherigen Kindergartens sollen Parkplätze für das Feuerwehrhaus entstehen.

Hohe Bordsteine gibt es viele, bei neuen Straßen werden sie in der Regel nicht mehr verwendet - auch dafür gibt es Beispiele in Reddighausen. Schier unüberwindbar ist aber der Aufgang zum Dorfgemeinschaftshaus - beim Bau war von Barrierefreiheit noch keine Rede. Es sei das erste Dorfgemeinschaftshaus Hessens, berichtete Vorstandsmitglied Dieter Haffner. Laut Marcus Bettelhäuser war in den 90er-Jahren über einen neuen, behindertengerechten Eingang nachgedacht worden - das sei aber zu teuer. Nur über eine Treppe ist auch die Filiale der Sparkasse zu erreichen, während Feuerwehrhaus und Lebensmittelmarkt praktisch frei von Barrieren sind.

Bei Kirche und Friedhof bereiten eher die wegen der Topographie abschüssigen Wege Probleme, „aber Berge können wir schließlich nicht abtragen“, sagt Gerlinde Albath - vielmehr gehe es darum, das Augenmerk auf Probleme zu lenken. Auf dem Friedhof fehlt unter anderem ein gepflasterter Weg durch das Gräberfeld, der auch mit Gehhilfen wie Rollatoren genutzt werden kann - das Gelände ist aber ohne Treppen erreichbar.

Der VdK-Ortsverband habe die Initiative ergriffen, weil es keinen Seniorenbeirat im Stadtgebiet gibt, sagte Gerlinde Albath. Weitere Rundgänge sind in Holzhausen und Eifa geplant. Den Abschluss bildet im September ein Info-Abend zum Thema Barrierefreiheit im Gasthaus Reitz in Reddighausen. Dort soll die Situation in den drei Dörfern zusammengefasst und vorgestellt werden. (da)

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