Oliver Seipp lief 100 Mal die Spitzhaustreppe hoch

8848 Höhenmeter: Gebürtiger Battenberger nahm an Treppenlauf in Radebeul teil

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Die Herausforderung: Oliver Seipp aus Borken beim Rennen auf der Spitzhaustreppe in Radebeul. Nach 22 Stunde hatte er 8848 Höhenmeter und 85 Kilometer überwunden.

Battenberg/Borken. Den Gipfel des Mount Everest wird er wohl nie erklimmen. Die 8848 Höhenmeter hat Oliver Seipp, gebürtig aus Battenberg, aber bewältigt: beim Treppenlauf im sächsischen Radebeul.

Das als Mount-Everest-Treppenmarathon bekannte Rennen gilt unter Experten als der härteste Treppenlauf.

Dabei kannte der 51-jährige, der in Borken wohnt, bis November vergangenen Jahres die als Spitzhaustreppe bekannte Anlage nicht. Es war der Vorschlag eines Freundes, bei dem Rennen mitzumachen. „Es war nicht die Streckenlänge von 85 Kilometern, sondern die Höhenmeter, die in 100 Runden in maximal 24 Stunden zu bewältigen waren, die mich zunächst schockierten“, sagt Seipp. 

Und das, obwohl er sowohl auf dem Gipfel des Kilimanjaro als auch des Mont Blanc stand. Doch der Lauf ließ den gebürtigen Battenberger nicht mehr los. Minutiös plante er das Rennen, schaute sich im Internet die Treppe an und begann an der Kaskadentreppe in Kassel mit dem Training – 14 Wochen vor dem Wettkampf im April in Radebeul.

Oliver Seipp überwand 8848 Höhenmeter

Berücksichtigen musste er dabei die Unterschiede der beiden Treppen. 530 Stufen und 90 Höhemeter sind es in Kassel – in Radebeul 397 Stufen mit drei Absätzen zu je zwölf Metern und 50 mal sieben Stufen. „Das Training war anstrengend, ich hatte anfänglich extremen Muskelkater in den Waden.“ Dennoch hielt sich Seipp an seinen Plan, möglichst konstante Rundenzeiten zu laufen.

Den sächsischen Treppenlauf vor Augen, trainierte er mit eiserner Disziplin, nahm Stufe um Stufe auch bei Eis und Schnee an der Kasseler Kaskadentreppe. 453 Mal lief er die 530 Stufen hoch und runter, unter dem Strich über 240 000 Stufen.

Zwei Wochen vor dem Start startete Seipp ein Training über acht Stunden als eine Art simulierten Wettkampf. Verdutzt schauten die Besucher dem Mann zu, der ständig die Treppen rauf und runter lief und in regelmäßigen Abständen Wasser und Spezialnahrung zu sich nahm. „Die sahen mich an, als sei ich von einem anderen Planeten.“

Doch trotz des intensiven Trainings und des Verlustes von sieben Kilo war er vor dem Start in Radebeul angespannt und nervös. Zweifel kamen auf, ob sich die anstrengende Vorbereitung auch auszahlt. Doch ans Aufgeben habe er nie gedacht, zuviel hatte er investiert und auf zu vieles verzichtet.

Am Tag des Wettbewerbs sah Seipp erstmals die Treppe. Um 16 Uhr ging er mit 80 Startern, darunter zwölf Frauen, an den Start. Nur die Hälfte sollen den Everest-Lauf durchhalten und ans Ziel kommen. Zunächst galt es, den richtigen Rhythmus zu finden.

Der pendelte sich schnell ein. Stufe um Stufe. Meter für Meter lief er dem Ziel, 8848 Höhenmeter in maximal 24 Stunden zu überwinden, entgegen. Wie ein Uhrwerk spulte er die Runden in etwa zwölf Minuten ab, Tag und Nacht, verlängert nur beim Imbiss oder dem Gang auf die Toilette. Nach 22 Stunden hatte Seipp die 100 Runden geschafft und stand symbolisch auf dem Mount Everest. Unbeschreiblich die Freude. 

Und als Lohn der Anstrengung steht sein Namen auf den Bronzetafeln, die an der Spitze des Berges an einem Haus angebracht sind. Nur zwei Wochen später startete Seipp beim 100-Meilen-Hike auf dem Rennsteig in Thüringen. Nach 32 Stunden war er am Ziel. 

Quelle: HNA

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