Den „Boss“ im Regal: Peter Hecker besitzt ein Autogramm von Helmut Rahn

Ist stolzer Besitzer einer Autogrammkarte von Helmut Rahn: Peter Hecker aus Frankenau hat das seltene Stück von seiner Oma Lilo Schäfer bekommen. Foto: Pauly

Frankenau. „Ach, ein Autogramm von Helmut Rahn hab' ich auch noch auf dem Dachboden." Als Lilo Schäfer diese Worte gelassen aussprach, war Enkel Peter Hecker kurz fassungslos - und hakte sofort nach: Der Helmut Rahn?

Der, der 1954 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu ihrem ersten Weltmeistertitel schoss? Genau der.

„Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen... Rahn schießt! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“ - das dritte Tor im Endspiel gegen Ungarn im Jahr 1954 ist ein Stück deutsche Fußball-Geschichte. Und dank der legendären Radio-Reportage ist der Name Helmut Rahn nach mehr als 60 Jahren auch jungen Leuten noch ein Begriff: Fast jeder weiß, wer er war und dass er das entscheidende Tor bei der Fußballweltmeisterschaft geschossen hat.

Im Film „Das Wunder von Bern“ spielten eben diese Szene und der Rechtsaußen-Stürmer eine gewichtige Rolle. Als der Film 2003 in den Kinos lief, drehten sich auch in der Familie von Peter Hecker in Frankenau die Gespräche um den berühmten Torschützen.

Da erwähnte seine Oma Lilo beiläufig, dass sie ein Autogramm von Helmut Rahn auf dem Dachboden aufbewahrt. Peter Hecker erinnert sich noch gut an seine Überraschung, als er das hörte. Ebenso überraschend war für ihn die Geschichte, wie sein Opa ans Autogramm gekommen war - nämlich in der Kneipe in Frankenau. Rahn war in den 1960er-Jahren häufiger im Waldecker Hof zu Gast. Mit einem reichen Essener Schrotthändler, der eine Jagd in der Nähe gepachtet hatte, war er oft im Kellerwald und übernachtete in der „Jägersruh“, einem Jagdhaus zwischen Frankenau und Löhlbach.

Star-Allüren gab es bei dem berühmten Torschützen nicht: Rahn trank nicht nur in seiner Heimatstadt Essen sein Bier und spielte Karten, sondern auch in Frankenau. Er war offen und gesellig und kam mit anderen Gästen schnell ins Gespräch. „Wahrscheinlich hat mein Opa so das Autogramm bekommen“, berichtet Peter Hecker. Die Karte zeigt Rahn im Trikot des Meidericher SV, wo er von 1963 bis 1965 spielte, bevor er seine Karriere beendete.

Der „Boss“, wie er auf dem Platz hieß, war auch ab und zu auf dem Frankenauer Sportplatz zu Gast, schaute den Spielern zu und gab den einen oder anderen hilfreichen Tipp. „Selbst gespielt hat er aber nicht.“

Peter Hecker bat seine Oma um die Autogrammkarte. „Und seitdem steht sie bei mir im Bücherregal“, freut er sich. Für ihn ist die Unterschrift des 2003 verstorbenen Torschützen mehr als ein Name auf einem Foto. „Als Fußball-Fan kann ich was damit anfangen.“ Einen Augenblick habe er einmal überlegt, ob es sich wohl lohne, das Autogramm zu verkaufen. Den Gedanken verwarf er aber sofort wieder: „So ein Erbstück gibt man nicht ab.“

Von Andrea Pauly 

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Quelle: HNA

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