Lesung: Rauch und Salzmann erzählten von besonderen Eichen, Buchen, Linden

Die Botschaft der Bäume

Sie lieben die Bäume ihrer Heimat: Konrad Rauch (links) aus Schwabendorf und Sigmar Salzmann aus Rosenthal Foto: Moniac

Rosenthal. Die Liebe zur Natur und besonders zum Burgwald verbindet Konrad Rauch aus Schwabendorf und Sigmar Salzmann aus Rosenthal. In der Veranstaltungsreihe des Kulturherbstes Burgwald-Ederbergland unterhielten sie ihre Zuhörer in einer Lesestunde mit Baumgeschichten und -bildern.

Als Örtlichkeit hatten die Besitzer der Alten Schule in Rosenthal, das Ehepaar Schneider/Bornscheuer, den ehemaligen und frisch renovierten Schulsaal zur Verfügung gestellt. Dr. Carola Schneider wies bei der Begrüßung der Gäste auf Details aus dem Schulalltag früherer Zeiten hin.

Er wolle über ortsprägende Bäume sprechen, erklärte Konrad Rauch, ehemaliger Tischler, langjähriger Ortsvorsteher von Schwabendorf und leidenschaftlicher Heimatdichter. Vor allem die Linde werde ja in Volksliedern besungen, doch ihm liege besonders die inzwischen 160-jährige Eiche am Herzen, die noch heute ganz in der Nähe seines Vaterhauses stehe. In seinem Gedichtband „Der Lauf der Zeit“ nimmt dieser Baum einen wichtigen Platz ein.

Qualität aus dem Burgwald

Sigmar Salzmann, der viele Jahre als Förster arbeitete und mittlerweile dem mitveranstaltenden Verein für Heimatpflege vorsteht, hatte als Anschauungsmaterial Baumscheiben mitgebracht, deren dicht zusammenstehende Jahresringe für die Qualität des Holzes sprächen.

Salzmann erzählte von „Köddings Buche“, die früher ein Treffpunkt für die Rosenthaler Jugend war und noch heute als Wanderziel genannt wird.

Die alte Dorflinde

Erinnerungen, etwa an das Fällen der alten Dorflinde, und weitere Berichte wechselten sich nun ab mit Märchen wie dem von den hilfsbereiten Zwergen, die den erschöpften Bauersleuten zur reichen Kirschenernte verhalfen.

Das anspruchslose „Kreuzbäumchen“ mitten im Feld unweit von Rosenthal gelte als kleines biologisches Wunder, erklärte Salzmann mit einem anderen Text. Vermissen würde man es wohl erst, wenn es nicht mehr da wäre. Die Gerichtseiche auf dem Galgenberg hoch über dem Ort habe im Übrigen ihren Platz bereits in Bildbänden über Bäume gefunden.

Mit „Der Herbst hat auch noch schöne Tage“ verlas Rauch eines seiner Lieblingsgedichte. Ein weiterer, besinnlich-melancholischer Text befasst sich mit dem unverhofften Wiederfinden eines Poesiealbums, im Band „Gern denk ich zurück“ formuliert Rauch Träume von Frieden und Harmonie.

Augen und Ohren aufsperren

Sigmar Salzmann beschloss den Nachmittag mit einem Text aus Hermann Hesses Büchlein „Bäume“. „Man muss nur ordentlich Augen und Ohren aufsperren, dann hört man die Botschaft der Bäume und die Märchen, die um sie sind“, meinte er und betonte, wie lange es doch dauere, bis ein Baum ausgewachsen sei, und wie schnell es heutzutage doch gehe, ihn zu fällen.

Von Marise Moniac

Quelle: HNA

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