Schild mit Ort in Thüringen getauscht

Schilderstreich in Bottendorf: Warum die Gemeinde doch ein neues Schild kaufen musste

+
Vorder- und Rückseite: Dieses Ortsschild hing in Burgwald-Bottendorf. Es gehört eigentlich ins thüringische Bottendorf. Ein Unbekannter hatte beide Schilder ausgetauscht

Was ist eigentlich aus dem Ortsschild von Bottendorf geworden, das im September über Nacht im gleichnamigen Ort in Thüringen hing? Wir haben nochmal nachgefragt.

Bottendorf - Anfang September rieben sich viele Bottendorfer verwundert die Augen. Am Verbindungsweg in Richtung Burgwaldkaserne hing am Wochenende ein Ortsschild, das in Bottendorf im thüringischen Kyffhäuserkreis – rund 250 Kilometer entfernt – hängen sollte.

Das war aber nicht der Fehler einer Behörde, sondern der Scherz eines Unbekannten: „Irgendwer hat die Schilder in der Nacht auf Samstag ausgetauscht. Unser Ortsschild hängt jetzt im anderen Bottendorf“, sagte Christoph Ehler, Leiter des Ordnungsamts in Burgwald, damals auf HNA-Anfrage. Vom Täter gab es damals keine Spur. Und auch heute sind die Verursacher noch nicht ermittelt worden, erfuhr die HNA jetzt auf Nachfrage bei der Gemeinde Burgwald und bei der thüringischen Stadt Roßleben-Wiehe.

Die Gemeinde Burgwald hatte damals das rund sechs Kilogramm schwere Ortsschild schnell abgeschraubt und per Post nach Thüringen versendet. 9,49 Euro kostete, wie berichtet, das Porto. Auf dem Postweg sollte auch das Bottendorfer Schild aus Thüringen zurück in den Burgwald kommen. Doch daraus wurde nichts.

„Als wir das Schild abschrauben und versenden wollten, war es nicht mehr da. Es muss wenige Stunden davor gestohlen worden sein“, schilderte jetzt eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts der thüringischen Stadt. Die Gemeinde Burgwald kaufte schließlich, nachdem einige Wochen ins Land gezogen waren, auf eigene Kosten eine neue Ortstafel für Bottendorf, informierte Bürgermeister Lothar Koch jetzt auf unsere Nachfrage.

In der Landgemeinde Roßleben-Wiehe im Kyffhäuserkreis gibt es noch weiteren Ärger mit Ortsschildern. Unbekannte übermalen immer wieder den Namensteil Roßleben auf Ortstafeln, erläuterte die Ordnungsamt-Mitarbeiterin.

Hintergrund: Anfang 2019 waren die beiden Kommunen Roßleben und Wiehe mit zwei weiteren Kommunen zusammengelegt worden. Die Beschmierung der Schilder sei ebensowenig ein Scherz wie der Ortstafeltausch im September, sagt die Mitarbeiterin. „Das ist mutwillige Sachbeschädigung.“

Genervt von der Schildertausch-Geschichte und der öffentlichen Aufmerksamkeit dafür ist auch der Burgwalder Bürgermeister Lothar Koch. Auf Facebook hatte er damals nach der HNA-Berichterstattung zig Kommentare dazu lesen müssen. „Gibt es keine wichtigeren Themen?“, schrieb Koch damals und verwies auf die Ergebnisse der Sachsenwahl Anfang September mit hohen Stimmgewinnen der AfD.

Kurioser Diebstahl führte zu namenlosen Gemeinden - Ersatz ist unterwegs: In Hessen sorgte der Diebstahl von Ortschildern für Verwirrung. Während manche Schilder bereits ersetzt wurden, bleibt eine Gemeinde namenlos.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare