Bottendorf

Bottendorfer singen „Er gehört zu mir“

- Burgwald-Bottendorf (rou).Ortsvorsteher Heinz Klem und seine Hündin Paula waren die Ersten, doch im Laufe des frühen Abends kamen weitere 633 Bottendorfer auf den Dorfplatz und stimmten beim von Radiosender hr4 initiierten Wettbewerb „Mach mit beim Hit“ gemeinsam den Marianne- Rosenberg-Schlager „Er gehört zu mir“ an.

Mit deutlichem Vorsprung hat Bottendorf die Führung im hr4-Wettbewerb „Mach mit beim Hit“ übernommen, bei dem zehn hessische Städte und Dörfer noch bis Freitag nächster Woche um eine CD-Produktion, eine Gruppenreise zu einer hr4-Tanzparty in Frankfurt und eine vom Radiosender organisierte Schlagerparty wetteifern. Der größte Burgwalder Ortsteil hofft, den Wettbewerb zu gewinnen und die große Tanzparty während der 750-Jahr-Feier im August 2010 ausgerichtet zu bekommen.

Nachdem am Montag 342 Sänger aus Wanfried das Lied „Über den Wolken“ von Reinhard Mey und am Dienstag 502 Menschen aus Langen den Wolgang-Petry-Hit „Wahnsinn“ gesungen hatten, stimmten am Mittwoch 634 Burgwalder, überwiegend aus Bottendorf, Marianne Rosenbergs „Er gehört zu mir“ an. Insgesamt sammelte das Dorf 884 Punkte, 132 Punkte mehr als der bisherige Spitzenreiter Langen, immerhin eine 36 000 Einwohner zählende Stadt. 250 Zähler hatte Bottendorf bereits am Morgen verbucht. Bereits wenige Sekunden nachdem der Ortsname in der Radiosendung „Mit hr4 in den Tag“ erwähnt wurde, griff Gertrud Kowalewski aus Bottendorf zum Telefonhörer und meldete sich beim Sender. Damit war die erste Hürde genommen. Viele weitere übersprang das Helferteam um Ortsvorsteher Heinz Klem im Laufe des Tages. Die Idee zu der Teilnahme an dem Wettbewerb hatte Bürgermeister Lothar Koch.

1987 Menschen haben ihren Erstwohnsitz in Bottendorf, in fast allen der 850 Haushalte warb das große Helferteam gestern persönlich oder per Info-Flyer für die Teilnahme am Finale auf der Dorfbrücke unweit der Martinskirche. Und auch in der Schule und im Kindergarten baten Klem und Co. um Unterstützung. Die Feuerwehr informierte sogar per Lautsprecherwagen über die Veranstaltung.

„Wehe, wenn sie losgelassen“,­ mit diesen Worten kommentierte hr-Moderator Carsten Gohlke am Abend dann auch den „Ansturm der Bottendorfer“. Als er auf der Dorfbrücke angekommen sei, hätte lediglich Heinz Klem mit seiner Hündin Paula auf ihn gewartet. Doch schon eine Stunde vor der „Volkszählung“ versammelten sich rund 150 Bottendorfer vor dem alten­ Kindergarten – und bis 17 Uhr füllte sich der Platz zunehmend. Keineswegs als Bestechung, vielmehr als Willkommensgruß gedacht waren die Präsente, die Klem, Koch und Pfarrer Reinhold Schott an das Radio-Team überreichten: „Rote Wurst“, so wie es sich für die „Worschtemäuler“ gehört. Für die musikalische Unterhaltung und für eine Live-Schaltung ins Radio spielten die „Nemphetaler“ aus Bottendorf auf.

Weniger einer Musik- als vielmehr einer Sportveranstaltung ähnelte Szenerie in den Sekunden vor der „Volkszählung“. Von der Dorfbrücke waren die „Sänger“ auf den Pfarrhof geschlendert, um von den Mitgliedern der Feuerwehr um Stefan Schäfer gezählt zu werden. Als sich der Uhrzeiger dann gen fünf bewegte, sprinteten einige Bottendorfer über die Dorfbrücke, um noch rechtzeitig zum Gemeinschaftserfolg beizutragen. „Na, Herr Pfarrer, so voll war der Kirchhof schon lange nicht mehr“, rief Gohlke schließlich – und die Menschenmenge jubelte, ehe dann schließlich gemeinsam auf der Brücke „Er gehört zu mir“ angestimmt wurde. Sangesgewaltige Unterstützung lieferten der Männergesangverein und der Frauenchors „Pro Musica“. Noch lauter wurde es nur, als Gohlkes Kollegin Petra Hartmann dann die Rekordzahl von 634 Stimmen verkündete.

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