Zwei Fachwerkgebäude zerstört

Millionenschaden bei Brand in Frankenberger Altstadt

Frankenberg. Zwei nahezu komplett zerstörte Häuser und drittes beschädigtes Haus sowie ein Schaden in Millionenhöhe. Das ist die Bilanz des Großbrandes in der Frankenberger Altstadt.

Wie die Polizei am Samstag mitteilte, waren mehrere Mülltonnen, die zwischen den Häusern Neue Gasse 1 und Rittergasse 9 standen, aus bislang ungeklärter Ursachein Brand geraten. Von dort griff das Feuer schnell auf die Wohnhäuser Ritterstraße 5 und 7 über. Die beiden Dachstühle der teils massiv, teils in Fachwerkbauweise errichteten Häuser, wurden schnell von den Flammen erfasst und brannten vollständig aus.

Zuletzt aktualisiert um 19.25 Uhr

Die Kriminalpolizei nahm noch in der Nacht die Ermittlungen am Brandort auf. Zur Brandursache machte die Polizei am Samstag noch keine Angaben machen. Hinweise auf einen fremdenfeindlichen oder politischen Hintergrund liegen nicht vor, sagt Pressesprecher Dirk Virnich.

Lichterloh in Flammen: Der Dachstuhl des Hauses Ritterstraße 9 in der Frankenberger Altstadt.

Mehrere Bewohner der betroffenen Häuser, darunter auch die einer Behinderteneinrichtung, mussten evakuiert und in Sicherheit gebracht werden. Eine 93-jährige Nachbarin wurde im Schlaf von beißendem Qualm überrascht. Durch das geöffnete Schlafzimmerfenster war abziehendes

Rauchgas eingedrungen. Die Frau wurde mit Verdacht auf eine leichte Rauchgasvergiftung in das Frankenberger Krankenhaus eingeliefert. Die Feuerwehr, die mit rund 80 Kräften im Einsatz war, konnte ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Gebäude verhindern.

Gegen 3 Uhr waren Nachbarn auf den Brand aufmerksam geworden. Lautes Knallen vom Aufplatzen der Dachziegeln hatte sie geweckt. Auch die vier Bewohner des brennenden Hauses, hatten das Feuer bemerkt und sich in Sicherheit gebracht.

Im angrenzenden, niedrigeren Gebäude mit Versicherungsbüro und Arztpraxis hielten sich keine Menschen auf.

Acht Menschen, die im Betreuten Wohnen der Lebenshilfe im direkt angrenzenden Haus Ritterstraße 9 leben, wurden ins Wohnheim der Lebenshilfe gebracht.

Wegen herabfallender Ziegel am Hauseingang konnte die 93-jährige Bewohnerin von Haus Ritterstraße 3 zunächst nicht aus dem Gebäude gebracht werden. Ein Aussteigen über die Rettungsleiter war für die betagte Frau nicht möglich.

Sie wurde in der Wohnung durch DRK-Mitarbeiter betreut und dann später, ausgestattet mit Feuerwehrhelm, aus dem Haus und ins Krankenhaus gebracht.

Dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass in der eng bebauten Altstadt keine weiteren Häuser Feuer fingen. „Es war knapp genug“, sagte Einsatzleiter Martin Trost. „Wir haben viel Wasser gebraucht. Stadtteilwehren haben in großer Geschwindigkeit eine Wasserversorgung aus der Eder aufgebaut“, lobte der Stadtbrandinspektor.

Mit diesem Wasser wurde der Gebäudekomplex von der unteren Seite aus gelöscht. Auch die Drehleiter war im Einsatz. Im oberen, hinteren Gebäudebereich erfolgte die Wasserversorgung aus Hydranten. „Es hat gut geklappt. So ein Einsatz in der dicht bebauten Altstadt hat ja eine gewisse Brisanz“, stellte Trost gegen 5.15 Uhr erleichtert fest.

Lösch- und Abrissarbeiten von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und einem Spezialunternehmen dauerten den ganzen Samstag an.

Patientenakten gerettet

Das Arztehepaar, das seine Praxen in der Ritterstraße betreibt, konnte am Samstagvormittag alle Patientenakten und wichtige technische Geräte trocken und ohne Schaden in Sicherheit bringen. In ein bis zwei Wochen wollen sie ihre Praxen an anderer Stelle in Frankenberg wieder weiterlaufen lassen, sagten sie der HNA.

Infos zur Brandursache erst am Montag

Der Brandort in der Ritterstraße wurde nach Abschluss der Löscharbeiten abgesperrt teilte die Polizei am Samstagabend mit. Die Bewohner hatten zuvor Gelegenheit persönliche Sachen aus ihren Häusern zu holen und in Sicherheit zu bringen

Alle evakuierten Hausbewohner fanden bei Bekannten Unterkunft oder wurden in einem anderen Wohnheim untergebracht. Die 93-jährige durch Rauchgas verletzte Dame befindet sich noch immer vorsorglich im Krankenhaus.

„Zu den Ermittlungen zur Brandursache können frühestens Montag weitere Angaben gemacht werden, sagte Polizeisprecher Virnich

Beim Großbrand im Einsatz waren laut Pressesprecher Thomas Huhn die Wehren aus Frankenberg, Röddenau, Geismar, Schreufa und Rodenbach sowie Atemschutzgeräteträger aus Korbach und Einsätzkräfte des DRK.

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Fotos vom Einsatzort

Brand in Frankenberger Altstadt

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Biedenbach/HNA

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