Staplerfahrer testet neues Fahrzeug

Brennstoffzelle ersetzt die Batterie

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Staplerfahrer Dieter Klein zeigt auf das „Herz“ des Fahrzeugs, den Brennstoffzellen-Antrieb. Getankt wird mit Wasserstoff. Der Gabelstapler wird seit drei Wochen in den Viessmann-Werken getestet.Fotos: Mark Adel

Allendorf (Eder) - Beim Fahren und Arbeiten unterscheidet den mit Wasserstoff betriebenen Gabelstapler nichts von seinen elektrischen Geschwistern, sagen die Testfahrten. Die fehlende "Tankstelle" und der hohe Preis machen das Brennstoffzellen-Fahrzeug zwar noch nicht zur wirtschaftlichen Alternative, doch das soll sich in den nächsten Jahren ändern.

Er sieht aus wie ein normaler Gabelstapler, fährt sich auch so und steht in der Leistung den herkömmlichen Geräten in nichts nach. Der Unterschied: Er wird nicht mit Dieselkraftstoff oder Batteriestrom angetrieben, sondern mit einer Brennstoffzelle.

Seit drei Wochen testet Staplerfahrer Dieter Klein zusammen mit einem Kollegen das moderne Fahrzeug, bei dem die Batterie gegen eine Brennstoffzelle ausgetauscht wurde. 65000 Euro kostet ein solcher Gabelstapler derzeit noch. Das Fahrzeug läuft unter normalen Bedigungen im Zwei-Schicht-Betrieb. Zweimal pro Schicht muss der Tank mit je 1,6 Kilogramm Wasserstoff gefüllt werden. „Die Tankdauer beträgt etwa drei Minuten, hinzu kommen An- und Abfahrt“, sagte Klein.

Walter Hahn, Leiter der Produktionstechnik bei Viessmann, berichtete, es habe „absolut keine Probleme“ gegeben. Der Stapler der Marke Still fahre sich wie die herkömmlichen Elektrostapler auch.

Genau das will die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen mit der Testaktion zeigen. „Wir wollen Vertrauen in die Zukunftstechnologie schaffen“, sagte Michael Süßenguth vom Hersteller Still. Betriebe haben die Möglichkeit, einen brennstoffzellen-elektrischen Gabelstapler der Firma Still zusammen mit einer mobilen Wasserstoff-Betankungsanlage zu testen. Die Firma Viessmann war der erste Anwender. Solche Tests seien wichtig für die Technologieentwicklung, betonte auch Andreas Koch, Abteilungsleiter im hessischen Umweltministerium. Das Land habe für die Initiative im Jahr 2013 rund 1,3 Millionen Euro.

Eine Entscheidung, ob und wann Brennstoffzellen-Stapler gekauft und eingesetzt wurden, sei noch nicht gefallen, sagte Pressesprecher Jörg Schmidt. Der Betrieb und die Kosten sollten nach Ende der Testphase analysiert werden. Ein Vorteil sei unter anderem die Betankung – ein Batteriewechsel dauere etwa 20 Minuten. Im nächsten Jahr soll die Entscheidung fallen.

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