Von Zoneneinteilung bis Zuschauer-Erfassung

Waldeck Frankenberg: Der Lokalfußball ist zurück

So soll’s aussehen: Vereine müssen ihr Sportgelände in drei Zonen unterteilen, wie auf diesem Beispielbild: Innenraum/Spielfeld (1), Umkleide (2) und Publikumsbereich (3).
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So soll’s aussehen: Vereine müssen ihr Sportgelände in drei Zonen unterteilen, wie auf diesem Beispielbild: Innenraum/Spielfeld (1), Umkleide (2) und Publikumsbereich (3).

Training und Spiel ohne Kontaktverbot und reduzierte Spielerzahl – das gilt ab dem 1. August. Die Fußballvereine richten ihren Blick auf den Beginn der Saison 2020/21 Ende August/Anfang September. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) und die Behörden verlangen zum Wiedereinstieg ein Hygienekonzept. Dieses war auch ein Hauptthema auf der Videokonferenz der Frankenberger Vereine am Donnerstag.

Waldeck-Frankenberg - Das vom Verband vorgegebene Konzept hält Jürgen Schicke für umsetzbar. „Da ist dann auch ein bisschen der Einfallsreichtum der Vereine gefragt“, sagt der Klassenleiter, der auf dem Kreisfußballtag am 4. September zum neuen Kreisfußballwart gewählt werden soll.

Bringt Aufwand mit sich, ist aber kein Hexenwerk

Thomas Müller, TSV Röddenau

„Schon was ab Mitte Mai vom HFV für die Fortsetzung des Spielbetriebs bei den Senioren vorgegeben wurde, hat ein bisschen Aufwand mit sich gebracht, war aber kein Hexenwerk“, sagt Thomas Müller vom TSV Röddenau.

Ein Kern des Konzepts ist die Aufteilung in Zonen. Die Zonen 1 und 2 auf dem Sportplatz – gemeint sind das Spielfeld, die Bereiche zum Aufwärmen und die Umkleidekabinen nebst Duschen – gehören den Spielern, den Offiziellen wie Trainer, Betreuer und Schiedsrichter sowie dem Ordnungsdienst.

„Solch unterschiedliche Zonen einzuteilen, das geht irgendwie“, findet Thomas Müller, „da muss man ein bisschen kreativ sein, wie man das umsetzt, zum Beispiel am Eingang vor den beiden Kabinen, wo bei uns ja auch Zuschauer stehen oder sitzen. Da wird dann mit Flatterband abgesperrt, und dann ist das eben der Zugang von der Zone Kabine in die Zone Spielfeld.“

Mindestabstand auf der Ersatzbank, Umziehen und Duschen in kleineren Gruppen oder mit Mundschutz

Alle müssen sich an viel Neues gewöhnen: Mindestabstand (oder Mund-Nase-Schutz) auf der Ersatzbank; Umziehen und Duschen in kleineren Gruppen oder mit Mundschutz.

Für Rituale wie Handshake und Einlaufen ist kein Platz, und der Torjubel soll so kontaktlos wie möglich stattfinden. Klar ist auch: „Torhüter dürfen sich nicht in die Hand spucken, ja das ist eine Gewöhnungsfrage“, meint Thomas Müller. Knifflig wird es, wenn die Umkleidezone zur „Mixed Zone“ wird. Gibt es für Spieler und Zuschauer keine separaten Toiletten, müssen die Vereine umdisponieren, denn eine strikte Trennung ist erwünscht.

Zone 3 umfasst die Bereiche, in denen sich die Zuschauer aufhalten (dürfen). Wie im Restaurant sollen alle Personen namentlich erfasst werden. Nicht ganz einfach, findet Müller: „Das ist ja nicht die Realität auf den Plätzen im Kreis Frankenberg, dass alle durch einen Eingang kommen. Das ist vielleicht beim FC Ederbergland in Allendorf oder Battenberg der Fall“, so der Röddenauer Obmann.

Schade findet Müller, „dass der hessische Verband sich komplett aus dem Thema Bewirtschaftung herauszieht. Das ist im Spielbetrieb für jeden von unseren Vereinen elementar, dass man auch weiß, welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um Essen- und Getränkeverkauf aufzunehmen.“

Machbar sei es aber, für alles eine Lösung zu finden. Müller: „Am Ende überwiegt dann die Erleichterung, endlich wieder Fußball spielen zu dürfen.“

Uneingeschränkter Betrieb: Auflagen und Probleme

Stichtag 1. August: Ab heute darf in Hessen wieder „richtig“ Fußball gespielt und trainiert werden. Nach der Aufhebung des Kontaktverbotes durch die Landesregierung rüsten sich die Frankenberger Vereine für den Start in eine besondere Saison.

Nach reduziertem Training sind nun wieder fußballspezifische Übungen mit allen Spielern gemeinsam zulässig, und auch Vorbereitungsspiele können wieder ausgetragen werden.

Aber: Fußball in der Zeit der Corona-Pandemie findet unter den gleichen Vorzeichen statt wie andere gesellschaftliche Aktivitäten: Erst wenn das Hygienekonzept des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) umgesetzt wird, darf der Ball wieder uneingeschränkt rollen.

„Diese aktuellen Vorgaben des HFV umzusetzen, das ist erst einmal mit ein bisschen Aufwand verbunden, vielleicht auch mit viel Aufwand“, sagt Thomas Müller vom Spielausschuss des TSV Röddenau. In der nächsten Woche wolle der TSV auf einer Vorstandssitzung nur mit diesem Thema genau klären, wie das Konzept realisiert werden könne. Generell hält der Fußball-Obmann das Hygienekonzept aber für umsetzbar, auch wenn das „auf dem Röddenauer Sportgelände nicht alles eins zu eins funktionieren wird“, meint er. Seit Dienstag liegt den Vereinen das Hygienekonzept des HFV vor. Überdies kann jeder Klub sein eigenes spezifisches Konzept erstellen und von der zuständigen Behörde genehmigen lassen.

Hygienevorschriften, Teilnehmerzahl, Abstandsgebot

„Hygienevorschriften, Teilnehmerzahl, Abstandsgebot.“ Auf diesen drei Säulen fußt das HFV-Konzept laut Frank Illing, Vorsitzender des Ausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung. So gibt es beispielsweise Vorschriften für die Nutzung von Spielkleidung und Umkleideräumen, für Verhalten bei Mannschaftsritualen. Auf die nötigen Abstände muss neben dem Platz geachtet werden – etwa beim Getränkeverkauf und am Eingang, wo die Zuschauer namentlich erfasst werden. Vor allem die Aufteilung des Platzes in drei Zonen ist eine wichtige Aufgabe für die Vereine.

Insgesamt ist die Zahl der Teilnehmer (Spieler, Offizielle, Zuschauer) auf 250 begrenzt. (schä/had)

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