HNA-Serie „Faszination Oldtimer“

Dr. Klaus Uffelmann aus Gemünden fährt zwei Jaguar aus 1958 und 1969

Rassig: Dr. Klaus Uffelmann präsentiert seinen Jaguar E-Type aus dem Jahr 1969. Unter der Haube stecken 269 PS.
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Rassig: Dr. Klaus Uffelmann präsentiert seinen Jaguar E-Type aus dem Jahr 1969. Unter der Haube stecken 269 PS.

Das Thema Mobilität begeistert viele Menschen. Aber dazu zählen nicht nur moderne Fahrzeuge. Eine große Faszination üben zunehmend Oldtimer aus, auch in unserer Region. In der HNA-Serie „Faszination Oldtimer“ stellen wir Besitzer mit ihren betagten, aber charmanten Fahrzeugen vor.

Gemünden – „Wenn ein Auto zu lange steht, kann der Motor beim ersten Anlassen schon mal streiken. Besonders alte Fahrzeuge sind da sehr empfindlich.“ Dr. Klaus Uffelmann weiß als Oldtimer-Besitzer, wovon er spricht.

Ausgerechnet beim Foto-Termin zu diesem Artikel passiert es tatsächlich. Als der 83-Jährige seinen Jaguar E-Type aus der Garage auf den Hof fahren will, passiert zunächst gar nichts: Der Motor streikt. „Ich wusste es, der Wagen ist zu lange nicht gefahren worden“, entfährt es dem Gemündener selbstkritisch. Nicht zu vergessen: Das automobile Schätzchen stammt aus dem Jahr 1969.

Dann aber, unter Mithilfe des Chokes und mehrmaliger Versuche, springt der rassige Sportwagen an. Sein 4,2-Liter-Motor lässt schon bei den ersten Tönen seine Kraft erahnen. 269 PS stecken unter der Haube. Schließlich rollt der British-Racing-Green-farbene Sportwagen langsam und souverän auf den Hof. Kerniger, sonorer Motor-Sound kennzeichnet diese edle britische Automobilmarke.

Dezent: Das Jaguar-Emblem an der Frontseite misst 7 x 5 Zentimeter.

Ältere Jaguar umgibt eine ganz besondere Aura. Trotz ihrer Größe und Kraft vermitteln sie ein gewisses Understatement – aber auch eine ganz spezielle Klasse. Diese Eleganz ist es, die Dr. Klaus Uffelmann anspricht: „Ich mag ihre lang gezogene, geschwungene Form sehr.“

Seit 2012 ist er im Besitz des E-Type. Gekauft hatte er ihn in einem ungewöhnlichen Zustand. Sein bisheriger Besitzer hatte ihn auseinandergenommen. Die Innereien waren in drei Kisten verpackt, dazu kam die bloße Karosserie. Auch wenn der frühere Allgemeinmediziner selber gerne an Autos bastelt, stieß er beim Zusammenbau des E-Type an seine Grenzen: „Ich war damit überfordert. Ich habe mir Hilfe vom ,Classic-Doc‘ in Röddenau geholt. Der Wagen wurde in der Oldtimer-Werkstatt vervollständigt und auch neu lackiert.“

Damit wurde der Fuhrpark von Dr. Klaus Uffelmann erweitert. Denn seit 2005 bereits ist er stolzer Besitzer eines Jaguar XK 150 aus dem Jahr 1958. Der an den Seiten silbergrau lackierte Wagen bringt 200 PS auf die Straße. Die lang gezogene Motorhaube, dass Dach und die Heckklappe glänzen tiefschwarz.

Gerne im Osten: Der gebürtige Dresdner nahm dreimal an „Sachsen-Classic“-Ausfahrten teil.

Auch wenn der 83-Jährige eine Schwäche für die eleganten Briten hat, so wusste er auch von Anfang um die Schwächen der Jaguar: „Sie sind reparaturanfällig. Da habe ich bei manchen Ausfahrten und Rallys schon einiges durchgemacht, als ich das eine oder andere Mal liegengeblieben bin.“

Dennoch überwiegt die Freude: Dr. Uffelmann ist mit ihnen doch recht weit herumgekommen: In Polen, Italien, Österreich und Luxemburg war er schon unterwegs. Für Aufsehen sorgten seine Jaguar in Deutschland ebenso beispielsweise bei Hessentagen im Rheingau, im Hunsrück, im Vogelsberg, am Müritzsee oder in Sachsen. In dem östlichen Bundesland nahm Dr. Klaus Uffelmann dreimal an „Sachsen-Classic“-Ausfahrten teil. Dort hat es ihm als gebürtiger Dresdner besonders gut gefallen: „Im Osten haben die Menschen offenbar eine viel innigere Beziehung zum Auto als im Westen. Wenn in Sachsen eine Oldtimer-Ausfahrt stattfindet, stehen Tausende Menschen an den Straßen. Im Westen sind es dann doch eher weniger.“

Adlige Unterstützung hat er im Osten auch erfahren: Als sein tief liegender E-Type bei der Einfahrt von Schloss Proschwitz im Landkreis Meißen auf einer Erhebung im Pflaster hängenblieb, bot ihm der Hausherr, Georg Prinz zur Lippe, seine Hilfe an.

Geschicklichkeit: Dr. Klaus Uffelmann nahm mit seinem Jaguar XK 150 an einer Sternfahrt zum Hessentag in Stadtallendorf im Jahr 2010 teil. Hier bei einer sogenannten Abstandsprüfung am Brunnenplatz in Allendorf/Eder. Der Wagen stammt aus 1958.

Auch wenn beide Jaguar Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h fahren können, lässt es Dr. Uffelmann mit ihnen lieber ruhiger angehen: „Ich liebe eher das souveräne Dahingleiten mit diesen eleganten Wagen bei Tempo 80 bis 100.“

Der eingangs geschilderte holprige Start nach längerem Stillstand ließ dem 83-jährigen keine Ruhe. Er drehte nach dem Fototermin mit dem E-Type einige Runden in der Umgebung. Nach zehn Kilometern arbeitete der Motor immer noch unruhig. Ein Zylinder war ausgefallen. Was den Fahrer nervös machte: „Da habe ich in Röddenau beim ,Classic-Doc‘ angerufen. Ich konnte sofort hinfahren.“

Diagnose in der Oldtimer-Werkstatt: Eine nasse Zündkerze entpuppte sich als Übeltäter. Sie wurde ausgebrannt – danach war alles wieder in Ordnung. Dr. Uffelmann war zufrieden: „Der Motor schnurrte wieder wie ein Kätzchen.“ Er versicherte: „Der E-Type fährt jetzt öfter.“

Von Klaus Jungheim

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