Mundartgruppe wieder aktiv – Auch einige Jugendliche interessieren sich fürs Platt

Buchenberger essen Braud

Buchenbercher Plattschwatzer: In Buchenberg trifft sich Alt und Jung, um die alte Mundart zu pflegen und zu erhalten. Fotos: Battefeld

Buchenberg. Nicht jeder in Buchenberg kennt den Ausdruck „Braud“ für Brot und weiß, dass mit „Erwedzen“ Erbsen gemeint sind. Vor allem die jüngeren Einwohner und Zugezogenen haben oft Schwierigkeiten, Wörter in „Buchenbercher“ Mundart zu verstehen oder es sogar selbst zu sprechen.

Gut, dass vor sieben Jahren anlässlich der 700-Jahr-Feier des Vöhler Ortsteils die Plattschwatzgruppe ins Leben gerufen wurde: Bei deren Zusammenkünften wurde nicht nur die Sprache der älteren Generation gepflegt, auch Geschichten und Anekdoten über Sitten und Gebräuche vergangener Zeiten wurden für die Nachwelt erhalten.

„Eigentlich hatten wir uns nur für das Jubiläumsfest gegründet“, berichtet Heidrun Orlich-Dohl. Die Mitglieder hätten damals Sketsche gespielt, Geschichten erzählt und auch beim Festzug mitgewirkt.

Auch eine Gruppe von 30 Kindern sei dabei gewesen. „Mit denen haben wir eine Szene aus der alten Schulzeit nach gespielt“, berichtet die Buchenbergerin, die sich auch noch gut an ihre eigene Schulzeit erinnert.

Ihre Schwester Birgit habe einmal nachsitzen müssen, weil sie auf Platt gesagt habe „Eck sie ferdich“ - für „ich bin fertig“, sagt sie schmunzelnd. „Danach haben meine Eltern mit mir schlagartig nur noch hochdeutsch gesprochen“, verrät sie.

Heute muss in Buchenberg keiner mehr nachsitzen, weil er Platt spricht. Im Gegenteil: Die Plattschwatzgruppe freut sich, dass auch einige Jugendliche weiterhin daran interessiert sind, die Mundart zu lernen und hat beschlossen, in Zukunft wieder regelmäßige Treffen zu veranstalten. „Wir wollen vielleicht auch ein Wörterbuch herausgeben“, kündigt Heidrun Orlich-Dohl an.

„Das Buchenberger Platt ist ein bisschen der holländischen Sprache ähnlich“, sagt Sibylle Eierdanz, die sich schon mehrmals beim HNA-Mundart-Quiz beteiligt hat. Deswegen würden die Gäste aus den Niederlanden dort auch so gerne Urlaub machen, meint sie schmunzelnd.

Die Tochter der Inhaberin der gleichnamigen Kneipe in Buchenberg hat sogar schon mal eine Speisekarte auf Platt geschrieben und auch die Einladungen für ihren 40. Geburtstag hat sie in Buchenbercher Platt verfasst.

Auch Margot Schäfer setzt sich sehr für den Erhalt der alten Sprache ein: „Ich habe mir vorgenommen, mit meinem Enkel nur noch Platt zu sprechen. Ich fände es ganz, ganz schade, wenn das Buchenberger Platt verloren gehen würde“, betont sie.

Kontakt: Wer bei der Gruppe mitmachen will, meldet sich bei Sibylle Eierdanz, 05635/334.

Von Susanna Battefeld

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare