Berghofen

Bürger fordern Erweiterung des Friedhofs

- Battenberg-Berghofen (da). Pläne des Ortsbeirats, ein eingeebnetes Grabfeld neu zu belegen, stehen in der Kritik und sind Grund für eine Unterschriftenaktion.

Reiner Arnold hat eine zusammen mit Rudolf Pfaff eine Unterschriftensammlung initiiert. Arnold ist einziger Vertreter der Liste unabhängiger Bürger Berghofen im Ortsbeirat und hat schon häufiger Kritik an der Stadt geübt – unter anderem wegen Verzögerungen beim Bau der Sargaufbewahrungsstätte (FZ berichtete). Allerdings stehen Arnold und Pfaff nicht alleine: 93 Einwohner des 327 Menschen zählenden Dorfs hatten bis gestern unterschrieben und sich gegen die städtische Friedhofsplanung gewandt. Sie sieht Doppel- und Einzelgräber neben dem neuen Sarghäuschen direkt hinter dem Eingang vor.

„In diesem Bereich befindet sich aber der alte Ortsfriedhof, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts von der damals noch selbstständigen Gemeinde Berghofen dort angelegt worden ist“, sagte Arnold. „Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit würde man hier bei der Aushebung von neuen Gräbern auf menschliche Überreste in Form von Knochen stoßen.“

Arnold argumentiert, dass genügend Platz für Gräber zur Verfügung stehen und das jetzt eingeebnete Feld nicht benötigt werde. Die damals noch selbstständige Gemeinde Berghofen haben schon vor Jahrzehnten eine angrenzende Fläche gekauft. Sie befindet sich hinter der Sargaufbewahrungsstätte, ist verpachtet und wird derzeit landwirtschaftlich genutzt.

Außerdem könnte auch ein bereits ausgewiesenes Feld mit Platz für neun Doppelgräber genutzt werden, findet Arnold. Für die hat Ortsvorsteher Hans Gerhard Eitzenhöfer bislang andere Pläne: Die Fläche soll bepflanzt werden, um den Friedhof mehr den Charakter eines Parks zu verleihen. Die Idee geht zurück auf einen Vorschlag von Sigrid Göbel, die Berghofen im Jahr 2008 beim Wettbewerb „Unser Dorf“ begutachtet hatte. Sie empfahl dem Ortsbeirat, den Anblick aufzulockern und für Begrünungen und Ruhebänke zu sorgen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Ortsbeirat im vergangenen Juni mehrheitlich gefasst.

Eitzenhöfer signalisierte Gesprächsbereitschaft, wollte aber dem Votum des Ortsbeirats nicht vorgreifen. Allerdings sei es gängige Praxis, dass nach Ablauf der Ruhezeit Gräber eingeebnet und wieder belegt werden: „Sonst müsste man Friedhöfe ja oft vergrößern.“ Dass beim Ausheben von Gräbern deshalb sterbliche Überreste gefunden würden, sei nicht ungewöhnlich. Das letzte Grab des Feldes am Friedhofseingang sei im vergangenen Jahr geräumt, die Fläche schon eingeebnet worden, erläuterte Eitzenhöfer auf FZ-Anfrage.

Das letzte Wort habe aber der Magistrat. Dessen Chef, Bürgermeister Heinfried Horsel, erklärte gegenüber der FZ, dass der Wille der Bürger nicht ignoriert werden könnte. Allerdings müsse das vertretbar und dürfe nicht mit hohen Kosten verbunden sein.

Diese Argumentation will Reiner Arnold nicht nachvollziehen und sieht das Dorf benachteiligt: „Mit der üblichen Kosten-Argumentation soll nunmehr für Berghofen wieder mal eine kleine Lösung herhalten, die eine Zubettung von neuen Grabstätten auf das bereits belegte Gräberfeld vorsieht, um somit keine Friedhofsweiterung vornehmen zu müssen.“

Arnold fordert auch eine baldige Fertigstellung der Sargaufbewahrungsstätte. Die Arbeiten gingen weiter, teilte Eitzenhöfer der FZ mit. Eine Firma sei mit den Elektroarbeiten beauftragt worden, der Bauhof übernehme die Dämmung, die Fliesen für den Innenraum seine ausgesucht.

Die Ortsbeiratssitzung beginnt am morgigen Mittwoch um 20 Uhr im Jugendraum und ist öffentlich.

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