Allendorf: Architekten stellen Pläne vor

Bürgerhaus-Umbau kostet Millionen

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Das Bürgerhaus in Allendorf mit Restaurant schließt direkt an die Gemeindeverwaltung (im Hintergrund) an.Foto: Mark Adel

Allendorf (Eder) - Das Allendorfer Bürgerhaus ist in die Jahre gekommen. Mit seiner Zukunft wollen sich in nächster Zeit die Gremien der Gemeinde befassen.

Im Haushalt 2014 sind bislang keine Kosten für den Umbau eingestellt, sagte Claus Junghenn auf FZ-Nachfrage. Er gehe davon aus, dass das Thema zunächst in den Fraktionen diskutiert werde. Fest stehe aber, dass Allendorf für das Projekt kein Geld habe – es sei derzeit nur mit neuen Schulden zu verwirklichen.

Vorgesehen sind unter anderem neue, voneinander getrennte Eingänge von Restaurant und den Sälen. Ob und wann der Umbau realisiert wird, steht noch nicht fest. Die Gemeinde hatte zwei Pläne in Auftrag gegeben: Beim Marburger Architekturbüro Bauart und bei der Arbeitsgemeinschaft Roth/Belz aus Battenberg und Laisa. In der Sitzung der Parlamentsausschüsse am Mittwoch stellten beide Büros ihre Vorschläge vor. Im vergangenen Jahr waren 200.000 Euro in den Gemeindehaushalt eingestellt worden mit dem Ziel, verschiedene Arbeiten am etwa 35 Jahre alten Bürgerhaus in Auftrag zu geben. Auf Vorschlag der CDU-Fraktion war das wieder gekippt worden – es sollten stattdessen Pläne für eine grundhafte Sanierung erarbeitet werden.

Beide Vorschläge sehen den Ausbau in mehreren Abschnitten vor, sodass die Arbeiten auf mehrere Haushaltsjahre verteilt werden könnten. Offen ist auch, ob alles umgesetzt wird. Für überraschte Gesichter sorgte beispielsweise die Idee, die Post an der Gemeindeverwaltung anzusiedeln. Es solle lediglich geprüft werden, betonte Bürgermeister Claus Junghenn in der Ausschusssitzung. Die Idee sei in der Verwaltung entstanden, weil man sich effizienteres Arbeiten erhoffe. Ob der Nutzen im Verhältnis zu den Kosten stehe, müsse dann geprüft werden: „Wir wollten erstmal die Information haben, was es kostet.“

Beide Pläne sehen unter anderem neue Eingänge vor: Restaurant, Bürgerhaus, Kegelbahn, Schießstand und die Gemeindeverwaltung sollen separat erreichbar sein. Außerdem soll das Restaurant eigene Toiletten erhalten. Angedacht ist auch der Bau eines Fahrstuhls, damit die Verwaltung barrierefrei erreichbar ist. Belüftung ist teuer Die Architekten Werner Belz und Achim Roth schlagen einen Fahrstuhl am Treppenaufgang vor, Bernd Brust von Bauart einen angesetzten Fahrstuhl auf der Rückseite der Gemeindeverwaltung. Die Post könnte in einem Anbau an die Verwaltung untergebracht oder in einem eigenen Gebäude vor dem Bürgerhaus angesiedelt werden – das sieht der Entwurf von Roth und Belz vor.

Bernd Brust empfiehlt ein einstöckiges Gebäude an der Schulstraße hinter den Nebensälen des Bürgerhauses. Beide Architektenbüros gehen davon aus, dass die Be- und Entlüftungsanlage besonders ins Geld geht. Belz/Roth kalkulieren allein 435.000 Euro für eine Belüftung mit Kühlanlage, 200.000 Euro ohne Kühlung. „Wenn man eine Belüftung einbaut, dann aber eher die große Lösung“, empfahl Werner Belz, dessen Vorschlag auch eine neue Außenfassade mit Wärmedämmung vorsieht. Würde der Plan von Roth und Belz komplett umgesetzt, belaufen sich die Kosten auf etwa 2,5 Millionen Euro. Angesichts dieser Kosten könne man auch über einen Neubau nachdenken, sagte Belz auf Nachfrage von Erich Hirt (Bürgerliste Ortsteile). Auch das Büro Bauart, das für die Gemeinde das Dorfgemeinschaftshaus und den neuen Kindergarten in Rennertehausen geplant hat, teilt die Sanierung in mehrere Abschnitte auf.

Größter Punkt ist ebenfalls die Sanierung der Säle, wo unter anderem eine neue Decke für eine bessere Akustik sorgen soll. Auf insgesamt 1,93 Millionen Euro beläuft sich die Kostenkalkulation des Marburger Büros, das unter anderem auch einen Umbau des Foyers und des Vordachs und einige optische Verschönerungen vorsieht. (da)

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