Bottendorf

Bürgerinitiative plant eigene B252-Aktionen

- Burgwald-Bottendorf (da). Vier Blitzanlagen sollen ab dem nächsten Jahr dafür sorgen, dass Lastwagen- und Autofahrer langsamer durch Bottendorf rollen. Die neue Bürgerinitiative hat aber noch weitere Ideen.

Lastwagen sollen nur dann durch Bottendorf fahren, wenn es wirklich sein muss – und dann mit möglichst geringer Geschwindigkeit. Das wollen die Einwohner mit Protestaktionen durchsetzen. Erstes Ziel dabei ist die Durchsetzung des Nachtfahrverbots. Am Montagabend trafen sich einige Bottendorfer, um unter der Leitung von Ortsvorsteher Heinz Klem das weitere Vorgehen zu besprechen. „Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung B252 Bottendorf“ nennt sich die neue Bürgerinitiative.

Zwar sollen sich möglichst viele Dorfbewohner an den Aktionen beteiligen, mit den Vorbereitungen beschäftigt sich ein kleiner Arbeitskreis. Er soll beispielsweise auch den Kontakt zu den Kommunen im Marburg-Biedenkopfer Nordkreis halten, wo seit einigen Wochen unter anderem regelmäßig der Verkehr behindert wird. Mit diesem „Herbstputz“ wollen die Anwohner der Bundesstraße 252 auf den Straßenverkehr aufmerksam machen, dem sie Tag und Nacht ausgesetzt sind.

Auch mit den Bürgern in Ernsthausen wollen die Bottendorfer zusammenarbeiten. Den Kontakt zu Anliegern der B252 im Waldecker Land wollen sie ebenso suchen. Schon am vergangenen Freitag wollte die noch junge Bürgerinitiative den „Herbstputz“in Münchhausen unterstützen. Die Aktion wurde jedoch wegen des starken Schneefalls abgesagt – die Münchhäuser wollten sicherstellen, dass der Winterdienst noch fahren kann.

Heinz Klem findet diese Aktionen gut: „Seitdem die Marburger auf die Straße gehen, hat die Diskussionsfreudigkeit der Politiker zugenommen“, sagte der Ortsvorsteher. „Wir müssen uns den Marburgern anschließen, aber auch eigene Protestaktionen planen.“

Deutlich wurde am Montagabend, dass sich die Bottendorfer von den Landespolitikern im Stich gelassen fühlen. Hessens Verkehrsminister Posch habe ihm bei einem Gespräch am 9. Dezember zu gesagt, das Nachtfahrverbot umgehend wieder in Kraft zu setzen, berichtete Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch. Das sei bislang nicht passiert. Weiter bestehen bleibt aber das Durchfahrtverbot für den Schwerlastverkehr.

Ihre Situation wollen die Bottendorfer Politikern aus Kreis, Land und Bund vor Ort erklären. Und im Frühjahr wollen sie zu einer großen Demonstrationaufrufen und dafür die Bundesstraße sperren.

Neue Zählstellen sollen das Verkehrsaufkommen auf der B252 aufzeichnen. Doch die würden in den nächsten Tagen schon wieder abgebaut, berichtete Koch. Zahlen lägen aber längst vor, sagte Altbürgermeister Adam Daume, der selbst Anlieger der Bundesstraße ist. Dem Verwaltungsgericht, das das Nachtfahrverbot gekippt hatte, seien diese Zahlen aber vom Land gar nicht genannt worden. „Das Interesse der Anrainer wird mit Füßen getreten.“

Am Freitag sollte der Kreistag eine Resolution zur Wiedereinführung des Nachtfahrverbots fassen. Dieser Punkt sei aus Zeitgründen von der Tagesordnung genommen worden, berichtete Daume, der für die SPD im Kreistag sitzt.

Die Bottendorfer wollen jetzt vor allem den Speditionen wehtun und künftig die Kennzeichen von Lastwagen notieren, die in der Ortsdurchfahrt nichts verloren haben, also das Durchfahrtverbot ignorieren. Die Gemeinde werde das dann zur Anzeige bringen, sagte Lothar Koch.

Die Lastwagen, die durch den Ort rollen, sollen außerdem zum Langsamfahren bewegt werden. Die Bürgerinitiative will sich um Tempobeschränkungen bemühen. Außerdem werden im nächsten Jahr vier Radarmessanlagen im Dorf aufgebaut, kündigte Lothar Koch an. Und dann bleibt natürlich noch die Hoffnung auf eine Umgehungsstraße.

Das nächste Treffen findet am Mittwoch, 13. Januar, um 19.30 Uhr im alten Kindergarten statt. Alle Bottendorfer sind dazu eingeladen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare