Schröder war erst 2017 als Rathauschef bestätigt worden

Diemelstadts Bürgermeister will nun Dezernent in Dortmund werden

Nach der Bürgermeisterwahl 2017  in Diemelstadt. Elmar Schröder (2. von rechts) wurde mit 82,1 Prozent wiedergewählt, hier mit (von links) den Kollegen Stefan Dittmann (Twistetal), Hartmut Linnekugel (Volkmarsen) und Jürgen van der Horst (Bad Arolsen).  

Diemelstadt. Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder hat sich um die Stelle des Beigeordneten für das Dezernat „Bauen und Infrastruktur“ bei der Stadt Dortmund beworben.

Und er wundert sich, dass diese Bewerbung bekanntgeworden ist. Nach Informationen der WLZ ist der auf dem Gebiet Stadtplanung bestens versierte Rathauschef von Diemelstadt bereits nach einer Vorauswahl der Bewerber in die engere Wahl gezogen worden, so dass nun die Entscheidung beim Rat der Stadt Dortmund liegt, der die Personalie am 12. Juli auf der Tagesordnung hat.

Diese Personalie ist für Diemelstadt überraschend und ihr Bekanntwerden durch eine Pressemitteilung der Ratsgruppe der Rechten in Dortmund pikant.

Für den erst im vergangenen Jahr mit 82,1 Prozent der Stimmen wiedergewählten Schröder wäre die Wahl in Dortmund ein echter Karrieresprung. Seine Stelle im Rhoder Rathaus ist mit der Beamtenbesoldungsstufe A16 vergütet. Der Dezernentenposten in der Metropole Dortmund mit 585 000 Einwohnern ist immerhin mit B7 dotiert. Das ist die gleiche Besoldungsstufe, die auch dem Landrat von Waldeck-Frankenberg mit seinen rund 150 000 Einwohnern zusteht.

In Dortmund tritt Schröder als unabhängiger Kandidat an, nachdem er vor zwei Jahren seinen Austritt aus der CDU erklärt hatte. Dieser Umstand könnte in Dortmund sehr hilfreich sein, denn schließlich dominiert im Rat der Stadt Dortmund die SPD mit 36 Sitzen. Die CDU hat 26 Sitze, die Grünen 15 Sitze. Die Linken und die Piraten stellen eine Fraktion mit acht Sitzen, FDP und Bürgerliste drei Sitze. Ebenfalls drei Sitze belegt die AFD. Je einen Sitz belegen Die Rechte, die NPD und eine Wählervereinigung mit dem seltsamen Namen FBI.

Das sagt Schröder

Auf die Kandidatur in Dortmund angesprochen, winkt Schröder zunächst ab: „Mal sehen, wie die in Dortmund reagieren und dann mal sehen, wie ich selber reagiere.“ Er selbst sei mehr als überrascht, dass in diesen Zeiten, in denen alle über Datenschutz redeten eine so schützenswerte Information wie eine Bewerbung bei einer Behörde so schnell publik werden könne.

Auf die Stellenausschreibung sei er aufmerksam geworden, weil sein früherer Chef im Paderborner Rathaus nun als Dezernent in Dortmund in den Ruhestand wechsele. Dessen Stelle sei schon deshalb sehr reizvoll für ihn, weil er sich immer für Bauen interessiert habe. Deshalb habe er auch berufsbegleitend ein entsprechendes Aufbaustudium absolviert. Mit dieser Zusatzqualifikation sei er nun gespannt, wie das Auswahlverfahren weitergehe.

Schröder: „Das ist für mich eine Potentialanalyse.“ Mit 50 Jahren wolle er noch mal seinen Marktwert testen. Allerdings bewerte er seine Chancen relativ gering. Schließlich wirke Diemelstadt aus Dortmunder Sicht sehr klein. Und selbst Paderborn mit knapp 150 000 Einwohnern sei da nur eine größere Kleinstadt im Vergleich.

Als Dezernent für Bauen und Infrastruktur wäre Schröder Chef von 2500 Mitarbeitern. Die meisten Stadtteile von Diemelstadt haben deutlich weniger Einwohner. Aber da ist eben auch Schröders unbestrittene berufliche Qualifikation als Diplom-Ingenieur im Vermessungswesen mit 25 Jahren Erfahrung in mittlerer und gehobener Verwaltung bei der Stadt Paderborn, im Hochsauerlandkreis und im Landkreis Kassel sowie nach Aufbaustudium einem Master of Business Administration.

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