Rosenthal

Bürgermeister Hans Waßmuth einziger Kandidat bei Wahl

- Rosenthal (sg). Bürgermeister Hans Waßmuth stellt sich am 27. September bei der Direktwahl den Rosenthalern.

Rosenthal. Der 9. 9. 09 ist auch für Ralf Sewerin ein unvergesslicher Tag: Im Standesamt am Markt heiratet der Leiter der Kindertagesstätte „Pusteblume“ Nathalie Svoboda. Kolleginnen und Kinder bringen dem Paar ein Ständchen. Klar, dass auch der Chef gratuliert: Bürgermeister Hans Waßmuth. Für den Christdemokraten ist es ein angenehmer Termin – strahlend umarmt er das Paar und überreicht der Braut Blumen.

Der 27. September soll Hans Waßmuth ebenfalls zum Strahlen bringen: Wenn die Rosenthaler einen neuen Bundestag wählen, entscheiden sie auf einem zweiten Stimmzettel auch über ihr Stadtoberhaupt.

Es gibt nur einen Bewerber: den Amtsinhaber. Und der sieht dem Tag nicht nur freudig entgegen. Dass Waßmuth wiedergewählt wird, dürfte niemand ernsthaft bezweifeln. Doch der Bürgermeister wirbt um möglichst viele „Ja“-Stimmen: „Ich bemühe mich um meine Wiederwahl“, betont er. Er wünscht sich, dass ihm die Rosenthaler „ihr Vertrauen aussprechen“.So entscheiden sie über Waßmuths Arbeit in den vergangenen fünfeinhalb Jahren und können ihm den Rücken stärken für die nächsten sechs Jahre seiner zweiten Amtszeit.

Dass er wieder antreten würde, stand für ihn außer Frage – der Beruf bereitet ihm Spaß. Und er zieht eine positive Bilanz: „Wir haben schon einige Projekte umgesetzt,“ sagt er.

Vor viel Arbeit hat sich Waßmuth auch in der freien Wirtschaft nicht gescheut, als Bürgermeister kamen noch ein paar Pflichten dazu. Feierabend? Den gibt es erst spät. „Und sieben Tage die Woche steht etwas an.“ Aber: „Ich habe das Gefühl, ich kann mit meiner Tätigkeit Dinge bewegen, die für die Gemeinschaft von Vorteil sind.“ Ob die Radwege-Planung zur Förderung des Tourismus oder Pflegeangebote für Senioren.

Spaß bereitet ihm, dass das Amt vielseitige Aufgaben mit sich bringt, und er hat viel mit Menschen zu tun – das liegt ihm. Wert legt er dabei aufs Gespräch. Das kostet zwar Zeit, doch das ist ihm die Bürgernähe auch wert. „Das werde ich auch beibehalten“, verspricht er.

Gerade in einer kleinen Kommune ist der Bürgermeister erster Ansprechpartner. Und es wird erwartet, dass er bei Festen erscheint oder zu Jubiläen gratuliert. „Das Repräsentieren ist ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit, das mache ich auch gern“, erklärt Waßmuth. „Das sind schöne Termine.“ Über Arbeit am Schreibtisch kann er sich in seiner kleinen Verwaltung nicht beschweren. Bei fünf Mitarbeitern übernimmt er selbst Schwerpunkte, aufwendig war zum Beispiel die Zusammenstellung der neuen Entwässerungssatzung, die ihn Monate gekostet habe. Waßmuth lobt sein flexibles und „tolles Team“ und die gute Zusammenarbeit. Auch die Kindertagesstätte und der Bauhof gehören dazu.

Und im Magistrat seien sie fast schon eine Familie, erzählt er schmunzelnd. Dort könne er alles offen besprechen, und dort seien auch schon viel Ideen vorangebracht worden.

Froh ist Waßmuth, dass sich das politische Klima in seiner Amtszeit gewandelt hat: „Es gibt zwar einzelne Streitpunkte, aber keine Streitigkeiten“, sagt er. „Wir kriegen es hin, Probleme mit für alle tragbaren Kompromissen zu lösen“, betont er. Die Zusammenarbeit sei „harmonisch“, Beschlüsse fielen meist mit großer Mehrheit.

Aber er weiß auch: „Man kann es nicht allen recht machen. “ Und so riss ausgerechnet das sperrige und heftig diskutierte Gebilde namens Entwässerungssatzung alte Gräben zwischen den Stadtteilen wieder auf, gerade die Rodaer fühlten sich benachteiligt. Dabei habe sich seit seinem Amtsantritt 2004 „das Verhältnis unter den Ortsteilen wesentlich verbessert“, urteilt er. Aber zwei Jahre nach der umstrittenen Parlamentsentscheidung „sind wir wieder auf einem guten Weg“.

„Ich sehe mich als Bürgermeister für alle Bürger“, betont er. „Ich kann in alle Ortsteile kommen.“ Und trotz aller Pflichten bleibt die Zeit, um in Vereinen aktiv zu sein, ob als Wanderer, Volkstänzer oder als Bass der „Rose Valley Singers“. Auch das ist gelebte Bürgernähe. Er stehe dazu, CDU-Mitglied zu sein, „der Stadtverband trägt mich“, erklärt er. Aber bei den Informationen „halte ich alle Fraktionen gleich“. Zwar nehme er meist an CDU-Sitzungen teil – aber es stehe ja auch den anderen Fraktionen frei, ihn einzuladen. Doch auch in seiner Partei gibt es zuweilen Spannungen, etwa wenn er „Wünsche der Fraktion nicht in der notwendigen Eile“ umsetzen könne, weil ihm und der Verwaltung schlicht die Zeit fehle.

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