Frankenau

Bürgermeistersessel im Rathaus bleibt Anfang 2010 unbesetzt

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Frankenau. Das Büro des Bürgermeisters im Frankenauer Rathaus wird in den ersten Monaten nach dem Amtsantritt von Dr. Reinhard Kubat als Landrat zeitweise leer sein: Bis zum 1. Januar 2010 kann definitiv kein neuer Bürgermeister im Amt sein. Die Aufgaben des Bürgermeisters, sowohl repräsentative als auch verwaltende, übernimmt in dieser Zeit sein Stellvertreter, der Erste Stadtrat Norbert Geisler (WLZ-FZ berichteten). Am 1. Januar tritt Kubat seinen neuen Job an. Dieses Datum steht auf der Ernennungsurkunde zum Landrat Waldeck-Frankenbergs, und ist entscheidend für die Besetzung des Bürgermeisterpostens in der Ziegenbockstadt. Mindestens 60 Tage müssen zwischen dem Freiwerden des Postens und dem Wahltermin liegen. Sollte sich Kubat überraschend entscheiden, die Stelle als Landrat doch nicht anzutreten, bliebe er Bürgermeister in Frankenau. In der Frist von 60 Tagen könnte die Stadtverordnetenversammlung die bereits terminierte Wahl noch rechtzeitig vor der Zulassung von Wahlvorschlägen, dem Versand von Wahlbenachrichtigungen und dem Beginn der Briefwahl absagen. Da der 60. Tag nach dem 1. Januar 2010 ein Montag ist, wäre der logische Wahltermin der darauffolgende Sonntag – der 7. März 2010. Doch ob dies tatsächlich der Wahltag wird, steht noch nicht endgültig fest. Es gilt aber als wahrscheinlich, denn würde die Stimmabgabe der Frankenauer eine Woche später stattfinden, läge der Termin für eine eventuell notwendige Stichwahl in den Osterferien. Vermutlich im September wird nach Angaben von Reinhard Kubat die nächste Versammlung der Stadtverordneten stattfinden, die über den Wahltermin beraten. Während das Datum noch nicht hundertprozentig feststeht, brodelt in Frankenau die Gerüchteküche. „Ich bin überzeugt davon, dass es nicht nur einen Kandidaten geben wird“, sagte Dr. Reinhard Kubat. Bisher hat erst einer offiziell bestätigt, Interesse an dem Amt zu haben: Manuel Steiner, Verwaltungsfachangestellter im Frankenauer Rathaus und Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins (wir berichteten). Nach Informationen unserer Zeitung haben sich allerdings bei der SPD bereits zahlreiche Interessierte gemeldet, die sich für eine von den Sozialdemokraten unterstützte Kandidatur interessieren. „Ich gehe davon aus, dass die SPD einen Kandidaten stellen wird“, sagte gestern Thomas Scheerer von der SPD auf Nachfrage der FZ. Die SPD ist die größte Fraktion im Frankenauer Parlament – einen Kandidaten erwarten nicht nur die anderen Fraktionen, sondern auch die Bürger von den Sozialdemokraten, bestätigte Thomas Scheerer. Konkrete Namen hätte die SPD aber bisher noch nicht diskutiert, betonte Stadtverordnetenvorsteher Scheerer. „Das geht jetzt alles seinen Weg“. Im August werde eine Findungskommission einberufen, die sich mit der Suche nach potenziellen Bürgermeisterkandidaten beschäftigt und der Mitgliederversammlung letztendlich einen oder mehrere Favoriten präsentiert. „Es gibt gar keinen Grund zur Hektik“, betonte Thomas Scheerer, schließlich werde die Bewerbungsfrist vermutlich erst am 31. Dezember enden. Bis dahin sei noch genügend Zeit. „Bisher hat der CDU-Stadtverband noch keinen Kandidaten für das Bürgermeisteramt erkoren“, erklärte Gerd Ruhwedel auf Nachfrage der FZ. „Wir haben dies absichtlich vermieden, um hier nicht frühzeitig einen Nebenkriegsschauplatz zu eröffnen.“ Auch die Christdemokraten werden in den nächsten Wochen nach einem geeigneten Kandidaten Ausschau zu halten. „In der Fraktion sind wir uns einig darüber, dass die Qualität und Kompetenz des Bewerbers Vorrang vor einer eventuellen Parteizugehörigkeit haben soll“, sagte Gerd Ruhwedel. „Schön wäre es, wenn wir einen Kandidaten finden könnten, der auch über die Fraktionsgrenzen hinaus Akzeptanz finden würde“, fügte der Christdemokrat hinzu. Im Klartext: Möglicherweise könnten die CDU und die Freien Bürger gemeinschaftlich einen Kandidaten aufstellen. Die Unterstützung eines SPD-Kandidaten scheint eher unwahrscheinlich. Denn aus Sicht der CDU eröffnet der anstehende Wechsel die Möglichkeit eines Neuanfangs, vor allem hinsichtlich der „dringend notwendigen Ausrichtung unserer Kommunalpolitik hin zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen“. Diese Aufgabe ist das erklärte Ziel der CDU in Frankenau. Denn letztendlich seien es die Arbeitsplätze, die jungen Familien den Lebensunterhalt sichern und sie an Frankenau binden, betonte Ruhwedel. „Allein wegen der Quernstkirche, und sei sie noch so schön, wird es niemanden in Frankenau halten.“

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