Englisches Zuchttier verbringt die nächsten Monate in Rengershausen

Bulle soll den Kühen dienen

Ankunft: Der englische Exporteur Wim Winters, ein gebürtiger Holländer, hat die Bullen Catfield Leonard und Silas Baccas nach Deutschland transportiert. Einer der beiden Bullen, Catfield Leonard, steht derzeit im Rengershäuser Kesslergrund, der andere wurde am folgenden Tag in die Elbauen gebracht. Foto: fg

Rengershausen. Der Englische Parkrindbulle Catfield Leonard hat jetzt in Rengershausen erstmals kontinentaleuropäischen Boden betreten. Der gut einjährige Jungbulle kommt aus den englischen Eastern Midlands, wo er nahe dem Gutshaus Catfield Hall geboren wurde und aufgewachsen ist.

Im vergangenen Oktober waren deutsche Parkrindzüchter auf einer Züchterreise zu sechs Zuchtbetrieben im Süden Englands unterwegs und konnten sich mit den englischen Partnern von der White Park Cattle Society einige vielversprechende Bullenabsetzer ansehen und dabei zwei Jungbullen für die Zucht in den deutschen Beständen einkaufen. Während der Reise wurden die deutschen Gäste vom internationalen Direktor des englischen Rare Breeds Survival Trust, Lawrence Alderson, begleitet und beraten.

„In der Herde arbeiten“

Die Entscheidung fiel auf Catfield Leonard, der in den kommenden Monaten zunächst in Rengershausen steht, „in order to serve the cows“ (um den Kühen zu dienen), wie man unter englischen Landwirten sagt, beziehungsweise „to work in the herd“ (um in der Herde zu arbeiten). Der zweite importierte Bulle, Silas Baccas, wurde am folgenden Tag vom englischen Spediteur Wim Winters in die Elbauen (Amt Neuhaus) verbracht.

In Deutschland leben derzeit 70 Tiere der Rasse Englisches Parkrind, die zentral erfasst wurden und in England gemeldet sind, darunter 38 Zuchtkühe. Der deutsche Bestand wird in zehn Betrieben gehalten, die zwischen der Ostseeküste im Norden, der deutsch-französischen Grenzregion nahe Karlsruhe im Süden sowie dem deutsch- polnischen Grenzgebiet (Wildpark Schorfheide) gelegen sind.

Einer der drei größeren Bestände weidet im Rengershäuser Kesslergrund und ist dort dem Archehof Nr. 78 der Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen (GEH) zugeordnet. Beim Einkauf der Jungbullen seitens der deutschen Züchtergemeinschaft wurde streng auf einen möglichst weiten genetischen Abstand zu den deutschen Tieren geachtet, um der Gefahr einer Inzucht bei der bedrohten Rasse entgegenzuwirken.

Es ist erklärte Absicht der deutschen Bundesarbeitsgemeinschaft Englisches Parkrind, diese ursprüngliche Rinderrasse hierzulande zu etablieren und zu verbreiten. (fg)

Quelle: HNA

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