Frankenberg

BUND erhält Fotofalle für Wildkatzen in der Region

- Frankenberg (apa). Man könnte meinen, es handele sich um ein Gerät der Bundeswehr: Klein, mit einer unauffälligen Linse, einigen technischen Anschlüssen und im Tarn-Design. Tatsächlich erfüllt das kleine Gerät eine ähnliche Aufgabe wie ein Paparazzo: Es lauert versteckt und geduldig auch an unwirtlichen Stellen, in Nässe und Kälte, bis das erwünschte Motiv nichts ahnend vor die Linse kommt – und dann löst es aus.

Der BUND-Kreisverband hat am Dienstag eine solche Fotofalle erhalten, um den Bestand und das Verhalten von Wildkatzen in den heimischen Wäldern eingehender zu überprüfen und zu untersuchen. Der stellvertretende Geschäftsführer des BUND-Landesverbandes Thomas Norgall übergab die Fotofalle an die Kreisvorsitzende Viola Wagner sowie Armin Bürgel und Frank Schütz vom Vorstand, die sich in den vergangenen Jahren ganz besonders für den Schutz der Wildkatze und die Ausweitung ihres Lebensraums eingesetzt haben. „Unser Ziel ist es, am Beispiel der Wildkatze die Bedeutung von Biotopverbünden zu verdeutlichen und natürlich auch, diese zu realisieren“, erläuterte Norgall bei der Übergabe.

Dafür ist das Frankenberger Land sehr geeignet, denn hier wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Wildkatzen nachgewiesen. Das ist auch der Grund, warum dem BUND für Burg- und Kellerwald sowie die Landschaft zwischen Eder, Nuhne und Orke eine Fotofalle zur Verfügung gestellt wird.

Biotopverbünde und Wanderkorridore von Wildtieren, etwa im Burgwald, kennen keine Landkreisgrenzen. Und da auch südlich der Lahn und im Gladenbacher Bergland drei Tiere nachgewiesen wurden, wechseln sich die Waldeck-Frankenberger BUND-Aktiven bei der Nutzung des Gerätes mit ihren Kollegen aus Marburg-Biedenkopf ab. Bis dato gibt es für die Untersuchung von Wildkatzenvorkommen nur zwei dieser Fotofallen in Hessen, das andere ist bei Kassel im Einsatz. Mit der Fotofalle können die ehrenamtlichen Helfer des BUND und die beteiligten Förster nun schneller herausfinden, ob es sich tatsächlich um eine Wildkatze handelt. Außerdem werden auch die Tiere erfasst, die sich von dem Duftstoff anziehen lassen, sich aber nicht an dem Holzstock reiben. Die Kamera wird ebenso wie die Lockstäbe alle sieben bis zehn Tage überprüft. Die Fotofalle wird über einen Bewegungsmelder ausgelöst. Dabei werden natürlich auch andere Tiere von der Kamera aufgenommen, wenn sie den Bewegungsmelder auslösen.

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