Dank guter Preise Überschuss von 112000 Euro erzielt

Burgwald: Information über Lage im Gemeindewald

- Burgwald-Ernsthausen (pk). Über die Arbeit im Gemeindewald und die Erträge im vergangenen Jahr informierten Arno Süßmann, Oliver Scholz und Matthias Hupfeld vom Burgwalder Forstamt die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Freitag.

Scholz berichtete, dass 2011 ein sehr gutes Jahr gewesen sei, da es weitere Preiserhöhungen für Holz gegeben habe. „Wir haben ein sehr hohes Niveau im Vergleich zu den Preisen nach dem Orkan ,Kyrill‘ 2007.“ Damals hatte es ein Überangebot gegeben, weil die zahlreichen umgestürzten Bäume vermarktet werden mussten, zum Teil waren Holzlager erforderlich. Aus dem Gemeindewald habe „Hessen-Forst“ dieses Jahr viele Buchen und Eichen in die Möbelindustrie verkauft worden. Auch Schreiner, Sägewerke und Palettenhersteller hätten im Burgwald eingekauft. „Wir haben auch zu einem großen europäischen Sarghersteller nach Italien exportiert.“ In der Gemeinde seien 100 Festmeter Brennholz geblieben – umgerechnet habe das Forstamt damit 22.000 Liter Heizöl ersetzen können. „Und diese Zahl nimmt sicher weiter zu.“ Denn immer mehr Hausbesitzer setzen auf Holzheizungen, um vom teuren Öl und Gas loszukommen. Der Jahreswechsel sei laut Scholz durch Unsicherheiten gekennzeichnet: Die Finanzkrise setze die Holzpreise unter Druck – daher rechnet er mit einem leichten Rückgang im ersten Quartal des nächsten Jahres. „Wenn es aber keinen dramatischen Einbruch in der Wirtschaftsentwicklung gibt, dann können wir positiv auf das Preisniveau blicken.“ Hupfeld fasste zusammen, dass in diesem Jahr im Gemeindewald 2800 Festmeter Holz eingeschlagen worden seien. Davon seien bereits 2700 Festmeter verkauft. Damit habe die Gemeinde einen Überschuss von 112000 Euro erwirtschaftet. „Die Holzpreise sind auf dem Optimum“, bestätigte auch er. Allerdings seien von den Einnahmen rund 50 Prozent wieder „für Unternehmereinsätze draufgegangen“, also für Firmen, die das Holz geschlagen und aufgearbeitet haben. Insgesamt seien 1900 Festmeter kostengünstig mit der Vollerntemaschine „Harvester“ geerntet worden – der Rest wurde in Handarbeit geschlagen, was teurer ist. Weil die wirtschaftliche Lage unsicher sei, betrachtet es Hupfeld als unwahrscheinlich, dass es wieder „so ein Bombenjahr“ wie 2011 geben werde und kalkulierte die Einnahmen nach seiner Aussage vorsichtig: Er rechnet mit rund 80.000 Euro Einnahmen – wobei auch hier wieder etwa die Hälfte für Unternehmen ausgegeben werde, die das Holz schlagen.Süßmann kündigte an, dass im nächsten Jahr die neue „Forsteinrichtung“ anstehe. „Alle zehn Jahre wird dann vor Ort eine Inventur wie im Tante-Emma-Laden gemacht“, erklärte er. Ist der Bestand erfasst, werde festgelegt, wie der Wald in den nächsten zehn Jahren bewirtschaftet werden solle, wieviel Holz eingeschlagen werden darf und an welchen Standorten mit welchen Baumarten aufgeforstet werden soll.

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